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Alkohol und Kater

Der Glückseligkeit des Rausches kann ein sowohl moralischer als auch physischer Kater folgen. Am Tag danach bereuen viele die Ausschweifungen des vorangegangenen Tages bzw. Nacht. Daher kann es einen Grund dafür geben, vorzubeugen, bevor es schief geht.

Das Phänomen geht vorüber, ist jedoch nur allzu bekannt: Hämmernde Kopfschmerzen, schlechter Geschmack im Mund, großer Durst, Übelkeit, "Bürgerkrieg im Magen", Müdigkeit, Gereiztheit und eine Überempfindlichkeit gegenüber Lärm - eine Inspiration für viele Witze.
Dieser extrem unangenehme Zustand tritt ein wie Nemesis, die Göttin der Rache, am Tag nachdem Bacchus, der Gott des Weines und der Freude, hoch auflebte mit "Wein, Weib (Mann) und Gesang". Der sogenannte Kater und anderes Unbehagen tauchen auf, wenn sich die Alkoholpromille wieder gen Null begibt, und diese physischen Nachwirkungen können bis zu mehrere Tage andauern. Man könnte sich vorstellen, dass fürchterliche Kater viele davon abhalten würden wieder zu trinken, jedoch hat sich in dieser Hinsicht das Erinnerungsvermögen der Menschen als relativ kurzlebig erwiesen.
Delirium tremens
Schwer alkoholisierte Personen, die aufhören zu trinken, bekommen schwere Abstinenzen. Die Nervenzellen haben sich an die täglichen großen Mengen Alkohol gewöhnt, und es führt zu einer Krise in ihrem Stoffwechselprozess, wenn sie keinen Alkohol mehr bekommen. Die extremsten Fälle werden als Delirium tremens bezeichnet. Sie können von einigen Tagen bis zu einer Woche andauern. Die Periode wird mit Rastlosigkeit, Unruhe und Schlafproblemen eingeleitet und kann von schweren Halluzinationen gefolgt werden. Es ist in dieser Verbindung, dass die bekannten Ratten und pinkfarbenen Elefanten auftauchen. Wenn die Person zu diesem Zeitpunkt Alkohol bekommt, verschwinden die Symptome jedoch.
Alkohol ist mit Zucker verwandt. Es wird gebildet, wenn Hefepilze zu Zucker umgebildet werden, aus beispielsweise Früchten. Obwohl Alkohol ein Nervengift ist, hart es auch einige nützliche Effekte, wenn nur die Dosierung nicht zu hoch ist. Nicht einmal die Hefepilze, die selbst Alkohol bilden, vertragen zu hohe Dosierungen davon. Sie sterben aufgrund einer Alkoholvergiftung, wenn die sie umgebende Menge Alkohol 13% erreicht. Genau wie Traubenzucker wird Alkohol sofort vom Körper aufgenommen. Im Körper wird er dann zu Acetaldehyd und später zu Essigsäure umgewandelt. Alkohol und seine Produkte der Umwandlung sind Verantwortlich für einen Teil der schädlichen Wirkungen im Körper.
Alkohol erweitert die Blutgefässe im Körper. Er ist sowohl für eine generelle Versäuerung des Zellenmilieus verantwortlich, als auch für eine Austrocknung, da er wassertreibend ist.
Kleiner Mengen Alkohol vermindern Hemmungen und steigern das Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein. Das Gespräch vereinfacht sich und sie Stimmungslage ändert sich - oftmals zum Besseren. Im Takt mit dem steigenden Alkoholkonsum steigt die Laune, weil der Gehalt der Signalstoffe Serotonin und Dopamin im Hirn ansteigt, jedoch werden gleichzeitig mehr und mehr Zellen im Gehirn gelähmt, und das Erinnerungsvermögen wird abgeschaltet. In vielen Fällen können wir im alkoholisierten Zustand funktionieren - nur langsamer. Wenn es sich um den Liebesakt und um das Autofahren dreht, funktionieren wir gleich schlecht.
Überempfindlichkeit und Gene
Die Menge des Alkohols wird in Prozent gemessen. Z.b. besteht ein 40%iger Whiskey aus 40% Alkohol und 60% Wasser mit verschiedenen Geschmacksstoffen der Getreideart, aus der er hergestellt ist, von der Lagerung in einem Eichenfass und vom Destillationsprozess.
Rotwein ist auch mehr als nur gegärter Traubensaft. Er enthält beispielsweise eine gewisse Menge Gerbsäure. Er enthält auch eine notwendige, aber variierende Menge Schwefel, die zur Konservierung verwendet wird. Ein starker Auslöser für Kopfschmerzen bei einigen Menschen, ist der Tyramin-Gehalt im Rotwein. Tyramin gibt es auch in Käse. Es kann den Blutdruck erhöhen und Migräne-ähnliche Kopfschmerzen verursachen.
Wenn es sich um Kater oder Reaktionen auf alkoholische Getränke handelt, ist es daher nicht nur der Alkohol, der für die nachfolgenden Kopfschmerzen und Beschwerden verantwortlich ist - es können auch u.a. die oben erwähnten Nebenprodukte sein. Oftmals gelingt es jedoch überempfindlichen Menschen irgendeinen alkoholischen Drink zu finden, der keine Überempfindlichkeitsprobleme verursacht. Einige können einige Rotweine trinken ohne nachfolgende Symptome zu bekommen, während andere - oftmals billigere Marken - nicht vertragen werden. In der Abteilung der stärkeren Getränke gehört Wodka zu der Gruppe mit den wenigsten Kopfschmerz-verursachenden Stoffen.
Men geht davon aus, dass genetische Unterschiede eine Rolle spielen, in wie weit wir Alkohol vertragen können. Einige brauchen länger um Acetaldehyd abzubauen als andere, und dies verursacht einen schlimmeren und langwierigeren Kater.
Alkohol und Promille
Der Alkoholkonsum einer Person kann in Promille gemessen werden. Wir kennen dies u.a. von der Straßenverkehrsordnung. Schon bei 0,2 Promille Alkohol im Blut eine messbare Reduzierung der Reaktionsfähigkeit. Seit dem 01. April 2001 darf man mit 0,5 Promille nicht mehr Autofahren. Scheinbar fühlt man sich bei Werten um 0,6 Promille im Rausch am wohlsten. Wenn die Promille 1,0 erreichen, sind wir gut angetrunken, mit ausgesprochenen Gleichgewichtsproblemen, reduzierter Konzentrationsfähigkeit und einem großen Wohlbefinden. Wir wissen aus Erfahrung, dass Promille, die sich über die 1,0 hinaus bewegen, auf drastische Weise die Wahrscheinlichkeit für ein gelungenes Fest verkürzen. Der letzte Rest an Selbstkontrolle verschwindet typischer Weise bei 2,0. Es gab Beispiele davon, dass Menschen, die normalerweise nicht trinken, bei einer Promille von 2,5 gestorben sind. Jedoch gibt es auf der anderen Seite, Beispiele von Menschen, die mit einer vier mal höheren Promille überlebt haben, wenn sie schnell behandelt wurden.
Gegenstände
In der täglichen Praxis sprechen wir von Gegenständen, wenn eine festliche Begebenheit in messbare Einheiten umgesetzt werden soll. Ein Gegenstand entspricht 12 Gramm oder 1,5 cl reinen /100%) Alkohol. Eine Alkoholmenge, die einem Gegenstand entspricht, ist beispielsweise ein gewöhnliches 33 cl Bier, ein 12 cl Glas Wein oder ein 4 cl Schnaps.
Promille nach oben
Eine Reihe von Faktoren sorgen dafür, wie viel und wie schnell ein Gegenstand die Promille erhöht. Von Bedeutung ist, ob man ein Mann oder eine Frau ist, wie viel man wiegt, und ob man auch isst. Wenn man starken Alkohol trinkt, werden die Promille schneller erhöht, als wenn man Bier und Wein trinkt. Die Wirkung tritt im Laufe einer Viertelstunde ein.
Frauen bekommen per Gegenstand generell eine höhere Promille als Männer, dies liegt daran, dass Männer mehr Flüssigkeit haben, die den Alkohol verdünnt. Außerdem wiegen Männer generell mehr als Frauen. Wenn man während der Alkoholeinnahme isst, wird die Aufnahme des Alkohols vom Magen-Darmkanal verzögert. Ein kleiner Teil des Alkohols bindet sich außerdem an Fett und Proteine in der Nahrung und wird somit nicht aufgenommen. Wenn man Champagner trinkt, vollzieht sich die Alkoholaufnahme extra schnell, aufgrund des Kohlensäuregehalts des Champagners. Dies geschieht auch bei Drinks, bei denen man Alkohol und Limonade mixt.
Promille nach unten
Der Abbau und das Ausscheiden des Alkohols geschieht mit einer ungefähr gleichmäßigen Geschwindigkeit, die nicht so hoch ist. 5% verschwinden mit der Luft beim Ausatmen, mit dem Schweiß und dem Urin. Der Rest wird von der Leber verarbeitet. Es gibt keine objektiven Alkohol-Tests, die belegen, dass man der Hilfe starken Kaffees o.ä. in Rekordzeit nüchtern werden kann. Wenn wir in Promille rechnen, fällt es mit ca. 0,15 in der Stunde. Wenn es sich um Promille handelt, verbrennen wir ca. ¾ Gegenstände in der Stunde.
Mit anderen Worten: Wenn wir um 3 Uhr nachts ins Bett gehen, gut angetrunken mit 1,5 Promille, dann sind wir erst 10 Stunden später wieder komplett nüchtern, d.h. um 13 Uhr am Nachmittag.
Das Ausrechnen der Promille bei Männern
Multiplizieren Sie die Gegenstände mit 12. Danach multiplizieren Sie ihr Gewicht in Kilo mit 0,6. Letztlich dividieren Sie diese beiden Zahlen miteinander. Beispiel: Sie wiegen 85 Kilo und Sie haben 6 Gegenstände getrunken.
D.h. 6 Gegenstände x 12 = 72. Dann multiplizieren Sie 85 kg mit 0,68 = 57,8. Letztlich dividieren Sie 72 mit 57,8 = 1,2.
Wenn Sie 2 Stunden gebraucht haben um diese 6 Gegenstände zu trinken, müssen Sie (2 x 0,15 =) 0,3 von der Promille abziehen, so dass ihr Promille 0,9 beträgt.
Die Zahlen gelten nur als allgemeine Orientierung. Sie können individuell variieren.
Das Ausrechnen der Promille bei Frauen
Multiplizieren Sie die Gegenstände mit 12. Danach multiplizieren Sie ihr Gewicht in Kilo mit 0,55. Letztlich dividieren Sie diese beiden Zahlen miteinander. Beispiel: Sie wiegen 55 Kilo und Sie haben 5 Gegenstände getrunken.
D.h. 5 Gegenstände x 12 = 60. Dann multiplizieren Sie 55 kg mit 0,55 = 30,3. Letztlich dividieren Sie 30,3 mit 60 = 1,9.
Wenn Sie 3 Stunden gebraucht haben um diese 5 Gegenstände zu trinken, müssen Sie (3 x 0,15 =) 0,45 von der Promille abziehen, so dass ihr Promille 1,45 beträgt.
Die Zahlen gelten nur als allgemeine Orientierung. Frauen brauchen wie erwähnt etwas länger um die Promille herabzusetzen als Männer.
Kater-Prophylaxe
Man kann viele unternehmen, um einem Kater und anderen unangenehmen Nachwirkungen vom Alkohol vorzubeugen. Neben der Menge des Alkohols, spielt natürlich auch die Art eine wichtige Rolle. Die Grundregel heißt: Je dunkler der Alkohol (z.B. Whisky, Cognac oder Rum), desto schlimmer der Kater. Die gleiche Menge heller Alkohol (z.B. Vodka oder Gin) wirken sich in einem milderen Kater aus. Im dunklen Alkohol ist mere Methanol (Holzgeist), woher der Kater rührt.
Um die Folgen jener Versäuerung, die wenn man trinkt sich im Körper vollzieht, zu vermindern, sollte man anfangs ein großes Glas Wasser mit einem umgerührten gestrichenen Löffel voll Natron (NaHCO3) trinken. Dazu kann man 8 - 10 Kapseln mit Gamma Linolensäure (GLA) einnehmen.
GLA ist eine wichtige essentielle Fettsäure, die u.a. aus den Pflanzen Borretsch und
Lamarcks Nachtkerze gewonnen wird. GLA wird zu einem hormonähnlichen Stoff mit dem Namen Prostaglandin Typ 1 umgewandelt, der u.a. mit verantwortlich für die Nervenfunktion, das Blutzucker- und die Flüssigkeitsbalance des Körpers ist.
Das Verbrennen des Alkohols im Körper wird von einem Teil der wichtigen Vitamine und Mineralien umgesetzt. Nehmen Sie daher Tagesrationen an Vitamine und Mineralien, bevor Sie beginnen zu trinken. Vitavivas VitaMax und VitaXtra oder dem entsprechende Produkte können für dieses edle Vorhaben verwendet werden. Sorgen Sie unter allen Umständen dafür, dass die Dosis 1½ - 2 Gramm Vitamin C, 700 - 800 mg Vitamin E sowie einige starke B-Vitamine enthält.
Kohletabletten oder -kapseln kann man auch vorbeugend einnehmen. Es wird auch als aktive Kohle bezeichnet. Es hat die Eigenschaft, dass es Giftstoffe im Darm absorbiert und es hat keine erwähnenswerten Nebenwirkungen. Man sollte sich jedoch nicht erschrecken, wenn der Stuhlgang plötzlich schwarz ist. Nehmen Sie 10 Kapseln zusammen mit einem großen Glas Wasser. Man kann sie in der Apotheke bekommen.
Aufgrund des wassertreibenden Effekts des Alkohols, riskiert man Salze in Form von Kalium und Natrium zu verlieren. Dieser Salzverlust kann jedoch leicht ersetzt werden. Natrium existiert in beinahe jedweliger Nahrung und Kalium existiert speziell in Früchten und Gemüse.
Eine ausgezeichnet vorbeugende Medizin findet man in der etwas exotischeren Abteilung - in Form von Umeboshi. Dies sind japanische Pflaumen, die in einer Salzlage lagen. Sie werden in der traditionellen japanischen Küche häufig verwendet. Umeboshis sind gut um einem Kater entgegenzuwirken, wahrscheinlich hauptsächlich aufgrund ihres großen Salzgehalts. Die Pflaumen können ganz eingenommen werden, oder als Pasta oder kleine Tabletten bevor oder während des Fests. Zu Fischgerichten und Gemüse schmecken sie ausgezeichnet, und man kann sie in Reformhäusern bekommen.
Machen Sie es sich zur Gewohnheit Wasser zwischen den Gegenständen zu trinken, und trinken Sie nicht zu schnell. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie gegessen haben, bevor Sie anfangen zu trinken.
Alkohol und Tabak
Es existiert ein Zusammenhang zwischen Alkohol und Tabak. Er sitzt im Hirn und wird dadurch verursacht, dass diese Stoffe entgegengesetzt wirken. Während Alkohol die Hirnzellen einschläfert, stimuliert Nikotin sie. Die Konsequenzen sind auch bekannt. Der Konsum von Alkohol steigert den Drang nach einer Zigarette, und viele Zigaretten verschlimmern das Unwohlsein am Tag danach.
Vor dem Schlafengehen
Bevor Sie Schlafengehen wiederholen Sie die kleine Natron-Zeremonie. Etwas Fruchtzucker vor dem Schlafengehen, so hat sich herausgestellt, mildert auch die rächende Göttin, indem es die Verbrennung von Alkohol steigert. Fruchtzucker findet man in süßen Früchten, Saft und Honig. Am nächsten Tag kann man, wenn es notwendig erscheint, wie am Tag zuvor eine Portion GLA, Vitamine und Mineralien sowie Kohletabletten einnehmen. Essen Sie eine gute Suppe mit vielen Gewürzen.
Moralischer Kater
Eine interessante Sache bei Alkohol ist, dass unser Verhalten im angetrunkenen Zustand mehr von unserer kulturellen und sozial bedingten Erziehung und unserem gefühlsmäßigen Zustand abhängt als von der Wirkung des Alkohols. Mit anderen Worten: Alkoholkonsum kann nicht für Aggressionen verantwortlich gemacht werden, und sollte nicht als Entschuldigung für z.b. eheliche Seitensprünge verwendet werden. Der moralische Kater-Tag nach einem ordentlichen Besäufnis, bei dem man herumirrte und alle Regeln eines anständigen Verhaltens gebrochen hat, ist in vielen Kulturen viel zu sehr verbreitet. Mit dem Trinken aufzuhören kann das Problem lösen, wenn man jedoch wirklich zu den Kernen der Ursache dafür gelangen will, dass man sich unberechenbar während des Alkoholkonsums aufführt, muss man einen Einsatz leisten, um sich selbst und die eigenen Gefühle kennen zu lernen. Dies kann geschehen indem man sich in eine psychologische Therapie begibt.

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