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Angst vorm Zahnarzt

Angst vorm Zahnarzt, das reicht von leichtem Unbehagen bis hin zu Anspannung, Furcht und Angstschweiß. Diese Gefühle sind im Grunde irrationell, deswegen aber nicht weniger real und behandlungsbedürftig.

Die wenigsten Menschen freuen sich auf einen Zahnarztbesuch, trotzdem meinen natürlich die meisten, dass es eine gute und notwendige Sache ist.
Zahnärzte sind natürlich unterschiedlich, und selbst Zahnärzte können unter Mundgeruch leiden, aber schließlich haben wir ja auch die Möglichkeit uns einen auszusuchen, den wir mögen und dem wir vertrauen. Meist fallen einem viele andere Dinge ein, die man dem Zahnarztstuhl vorziehen würde, und die Rechnung hinterher erfüllt uns möglicherweise auch nicht mit Wohlbehagen; dennoch, das Bewusstein darüber, dass die Zähne nun kontrolliert, gereinigt und in Ordnung sind bringt uns eine gewisse Zufriedenheit.
Viele Menschen können wahrscheinlich nur mit einem gewissen Unbehagen an ihr jährliches Treffen mit dem Schulzahnarzt zurückdenken. Zu einer Zeit wo moderne pädagogische Einsichten noch nicht in die schulzahnärztlichen Routinen Einzug gehalten hatten. Zu einer Zeit wo das Lieblingsinstrument des Zahnarztes noch ein heulendes Monstrum war, welches sich langsam aber sicher in die Zahnnerven bohrte, während das Heulen des Bohrers alles übertönte. Zu einer Zeit wo Ärzte noch Halbgötter in Weiß waren und jeden Drang zum Aufruhr oder Versuch zur Meuterei im Keim erstickten. Wo man ganz im Gegenteil seine feuchten, verschwitzten Hänge wrang, der Körper gespannt wie ein Flitzebogen im Zahnarztstuhl, in einem verzweifelten und missglückten Versuch unbeteiligt zu scheinen, geblendet vom gleißenden Licht wie in einem Verhör und abgelenkt vom inquisatorischen Blick des Zahnarztes, der gründlich die löchrigen Zahnreihen untersuchte.
- Hmm, mein kleiner Freund. Du solltest wirklich lernen, dir gründlicher die Zähne zu putzen!
Der Marathon-Mann
Wenn die Rede sich um Angst vorm Zahnarzt dreht, fällt einigen von Ihnen wahrscheinlich unwillkürlich der Film „Der Marathon-Mann“ ein, und wenn man auch nur ein bisschen Zahnarztphobie hat, so wird dieser Film wohl kaum helfen diese zu mildern. Dustin Hoffman spielt den Marathonläufer Thomas Babbington Levy, auch Babe genannt, der in einer Szene der verworrenen Handlung an einen Stuhl gefesselt wird um vom früheren SS-Arzt Dr. Szell – teuflisch gut gespielt von Laurence Olivier – verhört zu werden. Dr. Szell will Babe dazu bringen, zu erzählen was er weiß, und der zynische und gefühlskalte Szell weiß ganz genau wie er das am besten anstellt.
In einer unheimlichen Mischung aus Sadismus, Gefühlskälte und Nüchternheit bringt Dr. Szell unsere teilweise verdrängten Erfahrungen aus dem Zahnarztstuhl in zwei kurzen, aber intensiven Szenen zurück. Langsam, routiniert und leidenschaftslos steckt er zuerst ein spitzes zahnärztliches Instrument in ein Loch in Babes Zahn. Und in der anderen Szene bohrt er in einem gesunden Zahn langsam bis auf den Nerven herunter...!
Die Geschichte erzählt nichts von Babes späteren Verhältnis zu Zahnärzten und ihren Taten. Jedoch wäre er ein ausgezeichneter Kandidat für eine nachfolgende Zahnarztphobie. Ein Handikap, welches er mit ungefähr 10% der Bevölkerung teilt. Sowohl Männer als auch Frauen können unter Angst vorm Zahnarzt leiden, aber Frauen scheinen ehrlicher zu sein als Männer wenn es darum geht ihre Furcht zuzugeben.
Versäumnis von Zahnarztbesuchen
In einigen Fällen können schmerzliche Erinnerungen vom Zahnarztstuhl – auch weniger dramatische als die oben beschriebenen – vom Zahn (!) der Zeit verschlimmert werden und sich von einer gewöhnlichen Furcht zu einer realen, jahrelangen Angst, zu einer Phobie entwickeln. Es kann eine Zahnarztphobie sein, eine Phobie vor zahnärztlichen Instrumenten, vor den Geräuschen oder dem Geruch in einer Zahnarztpraxis, und der Plan einen Zahnarzt aufzusuchen, selbst wenn es dringend ist, kann einfach nicht durchgeführt werden.
Auch bei gesunden Zähnen, die nicht unbedingt jährlicher zahnärztlicher Behandlung bedürfen, kann eine längeranhaltende Vernachlässigung der Zahnhygiene irgendwann einen größeren chirurgischen Eingriff mit sich führen, und so etwas steht nicht in dem Ruf besonders angenehm zu sein. Aus diesem Grund ist eine Zahnarztphobie ein großes Problem, da die Menschen ihre Zähne nicht gereinigt bekommen, mögliche Löcher nicht versorgt werden und beginnende Parodontose nicht behandelt werden kann.
Schmerzfreie Laserbehandlung
Glücklicherweise macht der technische Fortschritt das Leben etwas einfacher für Menschen mit Angst vorm Zahnarzt. Ein gutes Beispiel ist die Parodontosebehandlung. In schlimmen Fällen muss hier nämlich auch etwas Zahnfleisch entfernt werden. Hier hat die moderne Laserbehandlung einige Vorteile. Die Zahnärzte, die in diese Technologie investiert haben müssen zum Beispiel nicht den ganzen Quadranten aufschneiden; mit Laser kann man jeden Zahn einzeln behandeln. Und weitere Vorteile der Laserbehandlung: Die Behandlung ist schmerzfrei, so dass auch keine Betäubung notwendig wird. Außerdem gibt es keine Schmerzen im Nachhinein, und es muss nicht genäht werden. Die Behandlung desinfiziert. Es tritt keine Blutung auf und heilt schnell wieder.
Möglichkeiten
Wenn man eine leichte Form von Zahnarztphobie hat, schafft man am besten Abhilfe indem man einen Zahnarzt sucht, dem man vertraut und der einem eine gewisse Geborgenheit vermitteln kann. Heutzutage sind sich die Zahnärzte und ihr Personal viel stärker bewusst um das Unbehagen und die Nervosität der Menschen ,wenn sie zum Zahnarzt gehen. Es hat sich in vielen Kliniken ausgezahlt, dass die kalte, weiße, klinische Einrichtung von einer gemütlichen und entspannten Atmosphäre mit warmen Farben und Malereien an den Wänden abgelöst wurde. Außerdem werden Zahnärzte in beruhigen Gesprächstechniken geschult und garantieren eine schmerzfreie Behandlung, das Personal nimmt sich Zeit für die Patienten – selbst wenn viel los ist. Für viele Patienten ist es eine große Hilfe genau abzusprechen was beim kommenden Zahnarztbesuch geschehen soll. Und wenn der Zahnarzt nicht selber Kopfhörer mit entspannender Musik anbietet, so kann man ja auch immer seine eigene Musik mitbringen. Außerdem gibt es Berichte um gelungene Behandlung von leichter Angst mit Akupunktur, direkt vor der Zahnbehandlung.
Zahnarztphobie
Den Menschen, die an einer richtigen Zahnarztphobie, auch Odontophobie genannt, leiden, kann auch geholfen werden. Die Zahnarztbehandlung kann zum Beispiel unter Vollnarkose vorgenommen werden. Auf längere Sicht sollten eine psychoanalytische Therapie oder klassische Homöopathie das Problem lösen können.
Amalgam
Die begründetste Furcht vor einer Zahnarztbehandlung dreht sich um etwas ganz anderes, und zwar dass immer noch Amalgamfüllungen mit ihrem hohen Gehalt an giftigem Quecksilber verwendet werden, von Zahnärzten mit einer ignoranten Einstellung zu Gesundheits- und Umweltproblemen; aber das ist eine andere Geschichte.

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