Arginin ist eine Aminosäure, d.h. ein Bestandteil von Protein. Es ist wohlbekannt, dass Zuschüsse isolierter Aminosäuren in der Krankheitsvorbeugung und -behandlung benutzt werden können. Neu Forschung deutet darauf hin, dass ein schneller Argininzuschuss schwere Folgeerscheinungen eines Schlaganfalls abwehren kann.
In einem Versuch provozierte man bei einem Versuchstier experimentell einen Schlaganfall im Gehirn hervor. Der Blutstrom und die elektrische Aktivität wurde im peripherischen Bereich des Schadens gemessen. Indem das Blutgefäß geschlossen wurde, nahm die Blutzufuhr drastisch ab und die EEG hörte auf.
Im Takt damit, dass man die Aminosäure L-Arginin einspritzte, wurde die Blutzufuhr an den Bereich wieder erhöht. Da die Blutzufuhr eine kritische Grenze von 30-35% des Ausgangswertes erreicht hatte, konnte man messen, dass die normale elektrische Aktivität im Gehirn zurückkehrte.
Durch das Hemmen der Bildung von Nitrogenoxid (NO) und mit Hilfe einer anderen Technik, konnten die Forscher vorzeigen, dass der positive Effekt des L-Arginin war Nitrigenoxid zu bilden.
Die Aufrechterhaltung der Blutzirkulation in einem beschädigtem Gebiet durch die Bildung von Nitrogenoxid ist deshalb wichtig. NO hat bei Schlaganfällen viele Funktionen.
Aufgrund der fehlenden Blutzufuhr an das beschädigte Gebiet geschieht eine Freisetzung von Glutamat und eine großes Einströmen von Kalzium in die Zellen. Hierdurch bildet sich in den Zellen eine größere Menge NO. Der Prozess ist selbstverstärkend und als Folge dessen bilden sich große Mengen frei Radikale.
Man meint, dass die Ursache dafür, dass L-Arginin die Blutzufuhr und elektrische Aktivität des Gehirns verbessert, darauf beruht, dass die Bildung von großen Mengen NO in den Gehirnzellen einen großen Teil des vorhandenen Arginins verbraucht. Es ist darum nicht ausreichend L-Arginin dafür vorhanden, dass die Zellen im Endothel genügend NO bilden können.
Durch das Verabreichen von L-Arginin mit einem Tropf, kann man wahrscheinlich die frühe und wichtige Erste Hilfebehandlung eines Schlaganfalls bereits im Krankenwagen verbessern.