Anorexie betrifft meist Frauen unter 25 Jahren. Es ist charakteristisch, daß Anorektiker sich übertrieben auf ihr Gewicht konzentrieren und eine unrealistische Auffassung von ihrem Aussehen haben, das oft dem Abmagern gewidmet scheint.
Außerdem haben sie meist eine verzerrte Auffassung vom Essen. Dieses kann sich in einem zwangsgeprägten Verhalten gegenüber ernährungs- und nahrungsrelatierten Themen äußern, z.B. in dem krankhaften Interesse an der Essenszubereitung während der Anorektiker sich gleichzeitig aushungert oder übertrieben Sport treibt, um Fett abzubauen.
Anorexie ist eine Krankheit mit großen physischen wie psychischen Konsequenzen. Das Leiden ist potenziell tödlich und selbst die, die überleben, risikieren permanente Schäden an wichtigen Organen.
An möglichen physischen und psychischen Schäden können genannt werden:
- Untergewicht mit Muskelschwund
- Vitamin- und Mineralstoffmangel
- Blutmangel und niedrige Körpertemperatur
- Tendenz zum Frieren
- Bläuliche Haut
- Schwindel und Müdigkeit
- Blutzuckerungleichgewicht
- Entkräftung
- Konzentrations- und Lernschwierigkeiten
- Psychisches Ungleichgewicht
- Hormonungleichgewicht
- Schäden an den inneren Organen
- Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
- Schwangerschaftsproblem oder Kinderlosigkeit
- Haarausfall
- Ausgefranste und brüchige Nägel
- Osteoporose
- Hirnschäden
Wenn der Darm keine Nahrung erhält, wird die Anzahl nützlicher Milchsäurebakterien reduziert. Dies kann Verdauungsprobleme zur Folge haben, wenn die Person wieder zu essen beginnt.
Anorexie ist mit Bulimie verwandt, welche durch "Freßorgien" mit der gnadenlosen Einnahme von sorgfältig ausgewählten Lieblingsspeisen charakterisiert ist, beispielsweise Kuchen, Schaumküsse oder Chips. Nach dieser unkontrollierten Nahrungsaufnahme folgt ein fremdverursachtes Erbrechen. Die Magensäuren, welche dem erbrochenen Essen mitfolgt, kann nach einiger Zeit zerstörend auf die Speiseröhre wirken.
Manche leiden nur an Anorexie oder Bulimie, viele leiden jedoch an beiden Erkrankungen gleichzeitig. Eine Folgewirkung ist ein geschwächter physicher Zustand, oft mit ernährungsmäßigen Mangelerscheinungen zur Folge. Das Risiko, daß junge Frauen sich diese Krankheit zuziehen ist steigend und in den USA ist es dokumentiert, daß jeder 3. Patient mit Essstörungen an den Folgen dieser Krankheit stirbt.
Persone, die für Anorexie veranlagt sind, erhöhen das Risiko auf Essstörungen, wenn sie Sport treiben, der typisch ein niedriges Körpergewicht verlangt; wenn sie rauchen; wenn sie einen hohen Alkoholverbrauch haben; wenn sie deprimiert sind oder sexuell belästigt wurden.
In dem traditionellen Behandlungssystem wird Anorexie zu den modernen Krankheiten gezählt mit psychologischen Faktoren als die primären Ursachen. Deswegen wird diese Krankheit unter psychiatrischer Regie behandelt und mit Verhaltenregulierung in Beziehung auf den Umgang mit Nahrung.
Es wird ebenfalls angenommen, daß die Krankheit ein Ausdruck dafür ist, sich dem Wunsch zu unterwerfen, zu dem modernen Frauenideal auszuleben. Und somit sin die Frauen, die diesem Ideal entsprechen wollen, bereit zu hungern.
Anorexie und Zink
In den 30'er Jahren entdeckten Forscher bei Tierversuchen, daß Zinkmangel einen Appetitschwund und Nahrungsverweigerung mit sich führen kann und daß man durch das Verabreichen eines Wachstumshormons mit hohem Zinkgehalt an Ratten mit Anorexie diese Krankheit heilen konnte.
In Jahre 1978 bewiesen Untersuchungen, daß eine heruntergesetze Zinkeinnahme über 6 Monate zu einem fallenden Zinkplasmagehalt und weiterführenden Symptomen führte, die auf Anorexe antworten. Im Jahre 1976 zeigten Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen Zinkmangel und mentalen Störungen auf.
Seit dem Ende der 70'er Jahre ist somit bekannt gewesen, daß Zinkmangel als eine primäre Ursache für Anorexie genannt werden kann. Die Forscher D. Bryce-Smith und R.I.D Simpson waren die Ersten, die auf eine einfache und überzeugende Weise Anorexie mit Hilfe eines Zinkzuschusses heilten. Ihre Ergebnisse wurden in The Lancet veröffentlicht, welche eine der anerkanntesten und meistgelesensten Ärztezeitschriften der Welt ist.
Trotzdem hat dies nicht die Art und Weise beeinflußt auf die man Patienten mit Eßstörungen behandelt. Dieses kann verwundern, da es recht einfach ist, Zinkmangel durch einen Test nachzuweisen.
Streß kann zu jedem Zeitpunkt den Zustand eines Patienten verschelchtern und kann eines günstigen Behandlungsverlauf nahezu unmöglich machen. Anoreksiepatienten haben oft hohe Ambitionen, sind gereizt, perfektionistisch und empfindlich. Jede Form von Streß verschlechtert ihre mentale und biochemische Situation.