Hochdosiertes intravenöses Vitamin C bekämpft Krebs

So lautete eine Überschrift in den New York Times vor zwei Wochen.

Das National Institute of Health (NIH) in den USA hat vor kurzem einen Forschungsversuch (1) veröffentlicht, der gezeigt hat, dass, wenn Krebszellen hochdosiertem Vitamin C, welches nur durch intravenöse Gabe erreicht werden kann, ausgesetzt werden, so hat dies einen gesteigerten Zelltod der Krebszellen zur Folge, wohlgemerkt ohne die normalen Zellen zu beeinträchtigen.

Das staatliche NIH bestätigt:"These findings give plausibility to i.v. ascorbic acid in cancer treatment." (Diese Ergebnisse rechtfertigen die Verwendung von intravenösem Vitamin C in der Krebsbehandlung.) Es wird jedoch hinzugefügt, dass der Weg von einem Forschungsversuch zur Behandlung von Menschen ein langer ist.

In der Zwischenzeit ist dieser Versuch eine Bestätigung für frühere Versuche, die das selbe Ergebnis gezeigt haben. Letztes Jahr stellten Forscher fest: "Mit einer intravenösen Vitamin C-Behandlung kann man Konzentrationen erreichen, die eine krebsbekämpfende Aktivität aufweisen, daher sollte man die Rolle von Vitamin C in der Krebsbehandlung neu überdenken." (2)
Im Jahr 1993 zeigte ein Versuch, dass Vitamin C zerstörerisch oder zytotoxisch auf schnell wachsende bösartige (maligne) Zellen wirkte, jedoch gleichzeitig ungiftig für die normalen Zellen war. Weitergehende Versuche bewiesen, dass Vitamin C eher eine direkte zerstörende Wirkung auf die Krebszellen ausübte, als dass es zytostatisch wirkte. (3)

Früher wurde nachgewiesen, dass Vitamin C nur in grossen Konzentrationen eine wachstumshemmende Wirkung auf Krebszellen ausübte. Wurde jedoch das Antioxidanz Katalase in das Vitamin C-haltige Wachstumsmedium zugefügt, so wurde diese wachstumshemmende Wirkung jedoch völlig unterdrückt.

Die Verfasser sind der Ansicht, dass dies daraufhin deutet, dass eine Überproduktion von Hydrogenperoxid in die wachstumshemmenden Mechanismen von Vitamin C auf Tumorzellen involviert ist. (4)

Und genau die selbe Annahme wie 1989, dass Peroxid für den toxische Effekt von Vitamin C auf Krebszellen verantwortlich ist, hatten die Forscher in dieser Studie auch. Normale Zellen haben im Gegensatz zu Krebszellen ein intaktes Abwehrsystem in Form von des Enzyms Katalase. Aus diesem Grund schädigt Vitamin C ausschliesslich Krebszellen, und genau diese Beobachtung machten Forscher in der letzten Woche.

Weiterhin wurde 1994 in einem grossen Versuch das Potential von Vitamin C in der Krebsbehandlung bewiesen. Hier zeigten grosse Dosen an Askorbinsäure (Vitamin C) eine stark zytotoxische Wirkung auf viele verschiedene Krebszellen, die in vitro gezüchtet wurden. (5)

Die Verfasser dieses Versuchs argumentierten gleichzeitig, dass Askorbinsäure sich wie ein Pro-Oxidant in Krebszellen verhielt, sie empfiehlen den Gebrauch von Vitamin C in der Behandlung von zum Beispiel Neuroblastomen. (6)

So weit, so gut. Aber die Forscher der NIH sagen ja, dass es ein langer Weg vom Labor bis zur Behandlung von Menschen ist. Und dies ist gewöhnlich auch richtig.

Vitamin C ist jedoch so ungiftig, dass es nicht mehr so lange dauern sollte, bis grosse Versuche durchgeführt werden, und einige sind praktisch auch schon gemacht worden.

Bereits in 1936 publizierte ein junger Assistenzarzt in einer Wochenzeitschrift für Ärzte einen Versuch an Leukämiepatienten, deren Krankheit durch den Gebrauch von Vitamin C verbessert wurde. Dieser junge Assistenzarzt war der später so bekannte Professer für Kinderheilkunde, Preben Plum.

40 Jahre später zeigte ein Versuch mit 1.100 Patienten mit unbehandelbarer, terminaler Krebserkrankung, das diejenigen, die mit Vitamin C behandelt wurden wesentlich längere lebten, als die Unbehandelten. (7)
Vor 10 Jahren bewiesen Riordan und Mitarbeiter, das man mit intravenösem Vitamin C ein Plasmaniveau an Askorbinsäure erreichen kann, welches giftig auf Tumorzellen wirkt. Die Verfasser sind der Ansicht, dass die zytotoxischen Eigenschaften von Askorbinsäure diese als chemotherapeutisches Mittel in Betrachtung kommen lassen. (8)

Dies sind nur einige Auszüge aus einer deutlichen Anzahl an Forschungsarbeiten über Vitamin C, und sie passen zusammen wie Puzzleteile. Und das letzte Puzzleteil wurde vor zwei Wochen eingefügt.

Dies hat auch in den ausländischen Medien ein deutliches Interesse geweckt, hierunter zum Beispiel in den New York Times, und das Fundament für die wenigen Kliniken, die ihre Krebspatienten mit intravenösem Vitamin C behandeln, wird so gestärkt.

Literaturhinweise:

  1. Chen et al. Proceedings of the National Academy of Sciences 20. Sept. 2005;102:13604-9.
  2. Padayatty, S.J., et.al. Vitamin C Pharmacokinetics: Implications for Oral and Intravenous Use. Annals of Internal Medicine 2004;140: 533-37.
  3. P.Y. Leung, et al. Cytotoxic Effect of Ascorbate and its Derivatives on Cultured Malignant and Nonmalignant Cell Lines, Anticancer Research, 13(2), March-April 1993, p. 475-480.
  4. V. Noto, et al., Effects of Sodium Ascorbate (Vitamin C) and 2-methyl-1,4-Naphthoquinone Treatment on Human Tumor Cell Growth in Vitro. I. Synergism of Combined Vitamin C and K3 Action, Cancer, 63(5), March 2, 1989, p. 901-906.
  5. M. A. Medina, et al. Ascorbic Acid is Cytotoxic for Pediatric Tumor Cells Cultured in Vitro, Biochem Mol Biol Int, 34(5), November 1994, p. 871-874.
  6. S.L. Baader, et al., Uptake and Cytotoxicity of Ascorbic Acid and Dehydroascorbic Acid in Neuroblastoma (SK-N-SH) and Neuroectodermal (SK-N-LO) Cells, Anticancer, 14(1A), January-February 1994 p. 221-227.
  7. Cameroun, Proc Natl Acad Sci 1976;73:3685-9.
  8. N.H. Riordan, et. al. Intravenous Ascorbate as a Tumor Cytotoxic Chemotherapeutic Agent, Medical Hypotheses, 44(3), March 1995, p. 207-213.

Links:
www.pnas.org
www.annals.org
www.iiar-anticancer.org/research/research_index.htm
www.cancer.org/docroot/home/index.asp
www.med.unibs.it/biblioteca/pubmed2/biomol6.htm
www.sciencedirect.com
www.cancer.gov