Angstanfall

Perioden gefühlsmäßigen Unbehagens verschiedener Intensität. Angst wurzelt in rationaler Furcht oder ist eine Folge von Unbalance der Biochemie des Körpers mit diversen Ursachen. Überwältigende Angst kann Panik auslösen. Sehen Sie auch Nervosität.

Angst ist normal. Ebenso wie Furcht in vielen Situationen. Beide sind, wie Streß, dafür da, um uns zum kämpfen oder flüchten bereit zu machen, wenn etwas/jemand uns z.B. überfallen will. So versuchen wir, unser Leben zu erhalten, wenn wir bedroht oder verwundet werden oder ernstahft krank sind. Ein Löwenbändiger ohne Furcht wäre ein schlechter Löwenbändiger, der nicht ordentlich auf sich selbst aufpassen kann. Mut ist kontrollierte Furcht.

Angst hingegen ist ein Gefühl, das nicht in einer angemessenen Beziehung zu dem steht, was es hervorgerufen hat. Dies kann die Angst vor einer Maus sein oder die, überfahren zu werden, während man auf dem Bürgersteig geht. Die Angst kann unbestimmt sein oder kann in Extremsituationen ausgelöst werden, z.B. in einem geschlossenen Raum wie einem Fahrstuhl. Diese Form wird klaustrophobisch oder Klaustrophobie genannt. Wir haben alle eine gewisse Bereitschaft, Angst zu bekommen, und es sind nur wenige, die keine Angst vor dem einen oder anderen haben.

Angstsymptome
Angst wird oft von nervösen Symptomen begleitet, weil die Angst dem Rest des Körpers über das Nervensystem mitgeteilt wird, sowohl über das Bewusste und das Unbewusste. So kann Angst sich in Zittern, Scheißausbrüchen, Herzklopfen, Diarrhö (vor einer Reise oder einem Examen), Schlaflosigkeit oder einem Frosch im Hals bemerkbar machen. Viele Muskelknoten oder Myosen sind durch chronische Angst verursacht, welche ebenfalls unsere Organe beeinflusst und Krankheiten auslösen kann. Es kann ein Schmerz im Rücken entstehen oder ein irritierter Dickdarm. Solche Leiden nennt man psychosomatisch, also von der Psyche an den Körper vermittelt.

Die Angst kann auch ein Teil eines nervösen Leidens sein, kann jedoch auch eine ganz normale Sache sein, z.B. bei einem Todesfall oder schweren Unfallsfolgen, durch welche man an seine eigene Sterblichkeit erinnert wird. Es gibt ein spezielles, oft erblich bedingtes Leiden, bei dem man in schwere und plötzliche Angstanfälle geraten kann. Folglich nennt sich dieses Leiden Panikanfall oder Panikstörung. Dieses wir verursacht durch ein plötzliches Entladen von Stresshormonen im Körper, welche den ganzen Körper und die Sinne auf höchsten Touren mit heftigen Symptomen und oft Todesangst bringen. Zwischendurch können jedoch auch Perioden ohne Angst auftreten. An dieser Stelle kann eine Behandlung mit Medizin gegen Depressionen oft helfen.

Eine anderer Typ des Angstanfalls zeigt sich dadurch, dass der Betroffene plötzlich das Gefühl erfährt, keine Luft mehr zu bekommen und deswegen zu viel und zu schnell Luft holt (Hyperventilation). Dieses ändert den Säuregrad und damit den aktiven Kalkgehalt im Blut, wodurch eine erhöhte Irritation des Nervensystems mit Drücken und Stichen in der Leber, den Händen und Füßen entsteht, sowie eine zunehmende Steifheit in Händen und im Körper, begleitet von heftiger Angst. Dieser Zustand kann mit einem regulären Krampfanfall enden. Einfache Behandlung: Man sollte nur in eine Plastiktüte atmen, die vor Nase und Mund gehalten wird, so dass man sein Kohlendioxid aus der Ausatmungsluft wieder einatmet. So bleibt der Säuregehalt und somit die Kalkbalance in Körper normal und man kann sich wieder entspannen.

Man kann auch Angst in Zusammenhang mit niedrigem Blutzucker sehen, typisch einige Stunden nach der Einnahme einer zuckerhaltigen Mahlzeit. Es ist auch übertrieben worden, doch es besteht kein Zweifel daran, dass es eine Menge Menschen gibt, die als ein psychiatrischer Patient bezeichnet wurden, obwohl es sich nur um niedrigen Blutzucker handelte.

Gewisse Krankheiten, wie ein zu hoher Stoffwechsel und Herzkrämpfe werden auch oft von Angst begleitet. Deswegen ist es wichtig, sich bei seinem Arzt gründlich untersuchen zu lassen, wenn man an sich plötzlich die Tendenz entdeckt, Angst zu bekommen. Es ist von Nöten, dass man sich vor Augen hält, dass eine schlechte oder unausreichende Nahrung psychische Symptome auslösen kann. Hier kann von einer Nehrungsmittelallergie oder Nahrungsmittelintoleranz die Rede sein, die psychische Symptome bei der Einnahme von bestimmten Lebensmitteln oder Zusatzstoffen auslösen kann. Kaffee, Alkohol, Haschisch, Amphetamine (Speed), Kokain und Ecstasy kann ebenfalls bei einige heftige Angstzustände auslösen.

Chronische Angst
Es gibt viele verschiedene chronische Angstzustände, die sowohl den Angstbetroffenen als auch die Familie belasten. Es können Zwangsvorstellungen darum sein, dass sich niemand um einen kümmert, und die Angst versucht oft, ihre Umgebung zu steuern - sowohl bewusst als auch unbewusst. Somit beginnt alles sich um den Betroffenen zu drehen, der auf diese Weise einen kleinen Gewinn aus seinem Zustand und Verhalten zieht. So wird diese Situation Sekundärgewinn genannt. Dieses Verhalten kann auch als eine Vorsorge gegen unerträgliche Konflikte gesehen werden, die ihre Wurzeln oft in der Kindheit des Betroffenen haben und vielleicht Schuldgefühle darüber sind, dass die Eltern geschieden sind. Diese Schuldgefühle können so ausgeprägt sein, dass der Angstbetroffene sich nicht gönnen kann, über das eine oder andere Freude zu empfinden, sondern mit Migräne oder einer anderen Krankheit reagiert, sobald etwas Schönes oder Erfreuliches passiert.

Es gibt verschiedene Formen von Zwangsleiden und Phobien, bei welchen der Betroffene einen Sauberkeitswahn ausprägen kann oder aber Organsymptome ohne erkennbaren Hintergrund, z.B. Herzbeschwerden. Oder es können Phobien sein wie z.B. die Klaustrophobie oder Agoraphobie, die Angst über offene Plätze zu gehen. Der Betroffene wird versuchen, den Dingen, die die Angst auslösen, aus dem Weg zu gehen und sollte es nicht möglich sein, diesen auszuweichen, treten sowohl körperliche als auch psychische Symptome auf, die manchmal schwer auszuhalten sind und Geduld erfordern. Diese Anfälle können zum Alkohol- oder Beruhigungsmittelmissbrauch führen, welche stets zu größeren Problemen und Ängsten führen können.

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Ernährung
Nehmen Sie blutzuckerstimulierende Kost zu sich und trinken Sie reichlich Flüssigkeit am Tage. Sehen Sie auch unter Niedriger Blutzucker nach!

Zuckerstoffe wirken beruhigend und entspannend. Ein altes chinesisches Sprichwort besagt, dass man bei Stress seinen Tee getrost süßen kann. Deswegen ist es gut, seinen Kamillentee mit Honig anzureichern und dafür zu sorgen, den ganzen Tag über etwas Süßes zu essen. Natürlich nicht zu viel und stets am Liebsten ohne Fett, weil man ansonsten Gewichtsprobleme kriegen kann. Auf längere Sicht ist es gut mehr zusammengesetzte Kohlenhydrate (Stärke) wie Pasta, Brot und Kartoffeln.

Versuchen Sie, nicht zu viele Proteine (Eiweißstoffe) gleichzeitig mit Kohlenhydraten in den meisten Mahlzeiten zu essen, da dieses die angstdämpfende und beruhigende Wirkung aufhebt. Kombinieren Sie lieber Fleisch mit Gemüse. Zwiebel wirken leicht beruhigend, was schon die alten Ägypten wußten.

Behandlung von Angst
Es ist wichtig zu versuchen, die Ursache der Angst zu finden. Dieses kann ein schweres Unterfangen sein, denn oft hat der Betroffene die Ursache für seine Angst selbst vergessen. An dieser Stelle kann eine Psychotherapie, evt. mit Hypnose, eine Möglichkeit dafür sein, sich zu öffnen und eine Behandlung zu beginnen, die wirkt.

Es ist wichtig, an der Vergrößerung der Tragkraft des Betroffenen zu arbeiten, so dass er seinen Alltag ohne Angst meistern kann. Andere Schlüsselwörter sind Selbstvertrauen und Selbstwert, um dem Betroffenen das Gefühl nahe zu bringen, dass er/sie wertvoll ist und dass andere seine/ihre Hilfe brauchen. Dieses sollte am Liebsten von der frühesten Kindheit an geschehen, dass man Kinder so erzogen werden, etwas für andere zu tun. Liebe, Geborgenheit und Verantwortung, die ein Kind bekommt, stattet dieses mit einer psychischen Tragkraft aus und beugt Angst vor. Gespräche sind wichtig, z.B. bei einem Psychotherapeuten, Psychologen oder einem Arzt sowie in z.B. einer Selbsthilfegruppe. Die Familie und Nahestehende sollten in die Arbeit einbezogen werden, den Betroffenen zu überzeugen, dass er oder sie viel wert ist und viele andere seine oder ihre Hilfe gebrauchen können und wollen.

Die Angst kann einen in einen Teufelskreis ziehen, in dem die Symptome schlimmer und schlimmer werden. Dieser Teufelskreis sollte durchbrochen werden und dies geschieht am Besten mit Hilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie. In dieser lernt der Betroffene, seine Gedanken an die angstfördernden Dinge zu ändern und somit langsam auch lernt, seine Tendenz den angstfördenden Situationen auszuweichen, zu bekämpfen. Entspannung und Visualisierung erleichtern diesen Prozess sehr.

Was man selbst tun kann
Physisches Training ist sehr gut gegen Angst. Es stärkt den Körper durch kräftige und regelmäßige Bewegung, fördert sowohl das körperliche als auch das psychische Selbstvertrauen, womit die Angst vertrieben wird. Sinn-Körper Techniken wie Meditation, Visualisierung, Yoga, autogenes Training, Tai Chi, Qi Gong, Alexandertechnik oder Gebete können auch eine große Hilfe sein. Unterstützung und Verständnis, nicht bloß von der Familie, sondern auch von Freunden und Bekannten sowie im näheren Umfeld sind ebenfalls wichtig.

Bwegung ist eines der Besten natürlichen Mittel gegen Angst. Ein Spaziergang - am Liebsten draußen im Hellen, so lange man es vertragen kann, sich draußen zu bewegen - mit einem Stock oder besser noch in Begleitung, so hat man jemanden zum Reden und um Dinge zu erleben. Kaffee (Koffein) und Alkohol kann Angst verstärken oder hervorrufen, so kann es nützlich sein, den Kaffee durch Kamillentee zu ersetzen, welcher eine beruhigende Wirkung hat.

Beruhigend wirkende Heilkräuter
Neben Kamille (Chamomilla recutita) kann auch Baldrian (Valeriane), Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Johanniskraut (Hypericum perforatum) und Helmkraut (Scutellaria) hilfreich sein. Diese Kräuter bedürfen keiner Gewöhnung, fördern keine Abhängigkeiten oder Müdigkeit wie viele Nerven- und Antidepressive Medizin es tun. Koriander (Coriander sativum) kann versucht werden.

Weitere beruhigend wirkende Nahrungsergänzungsmittel
Die Aminosäure Theanin wird viel bei Angstzuständen verwendet. Sie wirkt sehr schnell. Ein Zuschuss von leicht absorbierendem Magnesium kann auch eine günstige Wirkung haben.

Musik
Musik wirkt auch beruhigend, besonders klassische oder instrumentale Musik. Außerdem kann kreatives Visualisieren helfen, sich etwas Fröhliches und Positives vorzustellen.

Beruhigende Düfte
Man kann sich ebenfalls einer Aromatherapie unterziehen, in der der Duft von u.a. Lavendelöl sehr beruhigend wirkt. Man kann sich dafür eine Duftlampe kaufen, in welcher man ein Teelicht unter den Ölbehälter stellt. Auch Aromamassagen, bei der man das Massageöl mit ätherischen Pflanzenölen anreichert, haben sich bis zu einigen Wochen bei Krebspatienten, die unter Depression und Angst litten, als effektiv erwiesen.

Die Atmung
Auch Atemübungen können genutzt werden, um sich selbst zu beruhigen. Man muss sich dabei nur darauf konzentrieren, langsam und tief zu atmen, Zählen Sie eventuell sie Atemzüge. Atmet man schnell und oberflächlich, kann man riskieren, noch ängstlicher zu werden. Ein guter Rat ist langsam und tief ein und aus zu atmen und gleichzeitig zu lächeln, wenn man merkt, dass die Angst in einem hochsteigt. Das entspannt sowohl den Körper als auch die Sinne auf eine effektive und schnelle Art und Weise.

Eine Sache, die man vermeiden sollte, wenn man beginnt die Angst zu spüren, ist, sich darauf zu konzentrieren. Man sollte versuchen, seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken; etwas Fröhliches oder Beruhigendes wie eine Zeichnung oder ein Gemälde. Oder vielleicht auf etwas Praktisches: sein Tagebuch, Kalender oder Merkzettel oder ähnliches. Man kann auch das Telefon zur Hand nehmen und mit einem seiner Kinder oder Freunde sprechen, oder einfach hinausgehen, um etwas anderes zu erleben als nur zu Hause zu sitzen und Angst zu haben.

Viele nehmen in einer Angstsituation der Notfalltropfen "Rescue remedy" von Bach mit einem erstaunlichen Effekt.

Warnungen

Bei heftiger Angst kann konventionelle Medizin notwendig werden. Doch ist Medizin oft ein Ersatz für eine ordentliche psychotherapeutische Behandlung und kann dazu beitragen, in einer schlechten psychischen Situation an der Angst festzuhalten. Ein Großteil der angstdämpfenden Medizin macht die Betroffenen gleichgültig und läßt sie menschlich abstumpfen. Medizin kann auch eine lange Gewöhnungsphase, sowohl psychisch als auch physisch, mit sich bringen und oft braucht man davon mehr und mehr, bis der Betroffenen schließlich in den Teufelskreis der Abhängigkeit einsteigt. Medizin fesselt die Menschen meist an ihren nicht zufriedenstellenden Lebensstil. Nerven- und Angstdämpfende Medizin, besonders in Kombination mit Alkohol, kann ungemütliche Reaktionen hervorrufen und kann in Verbindung mit Arbeit oder Autofahren geradezu gefährlich sein.

Beachtungen

Manche Menschen bekommen Panikattacken, weil sie Angst haben, zu sterben. Hier kann unkonventionell mit der Bach'schen Blütentherapie "Resque remedy" behandelt werden.
Konventionell wird Panikangst mit antidepressiver Medizin behandelt.
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