Erektionsprobleme - Erektile Dysfunktion

Definiert sich als mangelnde Fähigkeit Geschlechtsverkehr zufriedenstellend durchzuführen, aufgrund einer schwachen oder mangelnden Erektion, mangelnder Steife der Erektion –

Impotenz kann aber auch z. B. Lustverlust oder Probleme mit der Auslösung umfassen.
 
Man schätzt, dass ca. 100 Millionen Männer weltweit Erektionsprobleme haben, die in jedem Alter auftreten können, aber meist mit steigendem Alter. Jedoch hat die Hälfte aller Männer bereits im Alter von rund 50 Jahren größere oder kleinere Erektionsprobleme erlebt.

Es ist wichtig, dass man nicht immer sofort von Impotenz ausgeht, denn diese Diagnose deckt über viele weitere Faktoren, wie etwa Lustverlust oder Probleme mit dem Samenerguss. Probleme mit der Erektion sind überwiegend medizinisch und nicht, wie sehr häufig angenommen, psychologisch zu Begründen.

Erektionsprobleme machen sich dadurch bemerkbar, dass es nur sehr schwer, sehr selten oder gar nicht möglich ist, eine Versteifung des Penis aufrechtzuerhalten um den Geschlechtsakt bis zum Samenerguss durchzuführen. Natürlich gibt es sexuelle Praktiken, bei denen es nicht so wichtig ist, dass der Penis ständig erigiert ist, aber dieses ist meist nur eine Notlösung, die allerdings auch befriedigen kann.
 
Eine Erektion ist das Resultat einer langen Reihe von Nervensignalen, die durch das Zentralnervensystem über das Sehen, das Riechen, das Hören und über den Tastsinn ausgelöst werden. Diese Signale gehen dann über das Rückenmark in eine Art Umschaltstation. In diese Umschaltstation gehen auch Signale vom Penis und anderen Körperstellen bei Berührung ein. Gleichzeitig wird der Teil des unbewussten (sympathischen) Nervensystems gehemmt und unter anderem für das Zusammenziehen der Penismuskeln verantwortlich ist und somit der Blutzufuhr zum Penis entgegenwirken kann.
 
Der Gegenpol, das parasympatische unbewusste Nervensystem, übernimmt die Führung, wobei die Penismuskeln entspannen und mehr Blut in den Penis strömen kann. Gleichzeitig werden die vom Penis weglaufenden Adern geschlossen, sodass das Blut nicht wieder wegströmen kann. Dieser Vorgang bleibt solange bei, bis ein Gleichgewicht zwischen Ein- und Ablauf des Blutes bei voller Erektion geschaffen ist. In diesem Verlauf spielen auch einige Signalstoffe eine Rolle, indem gewisse Enzyme im Penis beeinflusst werden, sodass es zu einer Erektion kommen kann.
 
Ursachen für Erektionsprobleme
Es ist somit ein komplizierter Prozess, der geschehen muss, bevor man eine zufriedenstellende Erektion erlangen kann. Dieser Verlauf kann von unzähligen Faktoren beeinflusst und gestört werden. In 70- 90 Prozent der Fälle ist der Grund im Lebensstil und mit medizinischen Faktoren zu begründen. Erektionsprobleme sind zum Beispiel ganz normal, wenn man jahrelang mit niemandem sexuellen Umgang hatte. In diesen Fällen ist es möglich, dass man trotzdem nachts und morgens eine Erektion erlangen kann. Stress, Müdigkeit und Depressionen können ebenfalls Impotenz verursachen.
 
Krankheiten beeinflussen oftmals ebenfalls die Erektionsfähigkeit. Diabetes, Herz- Kreislaufleiden, ûbergewicht und Fettleibigkeit, zu viel Fett im Blut, Nervenleiden und Nierenleiden sind einige Beispiele hierfür. Andere Ursachen können die Behandlung mit Medizin gegen zu hohen Blutdruck sein, besonders wassertreibende Mittel und betablockierende Mittel. Herzmedizin und blutzuckersenkende Medizin sowie Medikamente, die auf das Nervensystem einwirken, können ebenfalls Ursachen sein. Z.B. Medizin gegen Angst und Depression.
 
Rauchen und Alkohol können ebenfalls Erektionsprobleme verursachen Personen mit einem hohen Verbrauch an Rauschmittels können Erektionsstörungen bekommen. Hierbei handelt es sich um Cannabis (Haschisch), Kokain, Heroin, Methadon, Extasy, Speed, LSD und Psilosybin (Pilzgift).
 
Gewalt gegen den Beckenboden, das Becken sowie radioaktive Bestrahlung des Beckens, Schäden am Rückenmark, Sklerose und Folgen chirurgischer Eingriffe an der Prostata und am Mastdarm können auch die Erektion negativ beeinflussen.
 
Hormonstörungen können eine Rolle spielen, z.B. bei Schilddrüsenleiden, während kein besonderen Zusammenhang zwischen dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron und Erektionsproblemen besteht. Testosteron wurde ansonsten sozusagen als Standardbehandlug eingesetzt. Eine eventuelle Verbesserung kann eigentlich fast nur psychologisch geholfen haben.
 
Viele Jahre lang hat man gedacht, dass Erektionsprobleme überwiegend psychologisch bedingt sind. Mittlerweile glaubt man jedoch, dass diese Ursache nur auf etwa 10% der Fälle zutrifft. Ein medizinisches Erektionsproblem kann natürlich leicht auch auf die Psyche gehen, womit das Problem sogar noch verschlimmert wird. Der Verlust des Selbstbewusstseins spielt eine wesentliche Rolle. Wenn man nachts und morgens und beim Onanieren eine Erektion erlangen kann, dann sind Erektionsprobleme beim Geschlechtsverkehr mit hoher Wahrscheinlichkeit psychologischer Natur. Ein hohes Alter an sich hat mit der Erektionsfähigkeit nichts zu tun.
 
Männer sind generell sehr zurückhaltend, wenn es darum geht sich mit Erektionproblemen an einen Arzt zu wenden. Mehr als 90% der Betroffenen sprechen das Problem nicht von sich aus an. Ärzte sollten deshalb diese Problematik als natürlichen Teil des Arztbesuches ansprechen.
 
Leider haben natürlich einige Ärzte selbst Erektionsprobleme und versuchen oft diese Thematik zu umgehen. Der Arzt kann sich allerdings leicht einen international anerkannten Fragebogen besorgen, den er zur Bestimmung sexueller Probleme verwenden kann. Ein spezieller Fragebogen über Erektionsprobleme (IIEF) ist erhältlich.

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Nach der Klärung der Ursachen besteht die Behandlung in erster Linie darin, eventuelle zugrunde liegende Erkrankungen so zu behandeln, dass diese die Erektion nicht stören. Übergewichten sollen an einer Gewichtsabnahme arbeiten. Bei Diabetes geht es z.B. darum, den Blutzucker in Zusammenarbeit mit dem Arzt, dem Diabetiker und anderen Hilfspersonen unter Kontrolle zu bringen, wobei der Diabetiker natürlich selbst der Hauptverantwortliche sein muss.

Im Falle zu hohen Blutdruckes mit Medizinnebenwirkungen ist es wichtig, dem Arzt dieses mitzuteilen, damit dieser eventuell eine andere Medizin verordnen kann, die keine Erektionsprobleme verursacht. Der Arzt kann zusammen mit dem Patienten auch andere, natürliche Wege finden, den Blutdruck zu senken. Handelt es sich um psychische Leiden wie Depressionen und Angst, kann der Arzt sportliche Betätigung vor allem an der frischen Luft als gute Ergänzung oder als Alternative für ein medizinisches Präparat empfehlen.

Raucher bekommen 10 Jahre früher Erektionsprobleme als Nichtraucher. Alkohol kann, wie erwähnt, auch Probleme bereiten. Sowohl Tabak als auch Alkohol sind Dinge, bei denen der eigene Wille in erster Linie gefragt ist. Ist der Beschluss erst gefasst, mit diesen zwei Genussmitteln aufzuhören, kann man Hilfe von außen suchen.

Über die Hälfte aller Männer mit einer erektilen Dysfunktion werden davon Nutzen tragen täglich ihre Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. In manchen Fällen scheint es sogar das Problem innerhalb einer Periode von 6 Monaten gänzlich abhelfen zu können.

Wurde die Ursache erkannt ohne dass sie ausgeschaltet werden konnte, dann waren die Möglichkeiten für eine effektive Behandlung bisher sehr klein und die Methoden sehr schwierig. Es ist ein Mittel erhältlich, dass man selbst in den Penis spritzen kann, der dann ca. eine Stunde lang erigiert bleibt. Es besteht jedoch ein kleines Risiko dafür, dass die Erektion nicht nachlässt oder dass sich Narbengewebe im Penis bildet. Es gibt auch ein Mittel, eine kleine Pille, die man in die Harnröhre einführen kann, aber nicht alle Menschen vertragen dieses.

Weiter sind Vakuumpumpen im Handel erhältlich, die dem Penis dabei helfen, mit Blut gefüllt zu werden. Danach wird ein Gummiband auf die Peniswurzel gesetzt um das Abfließen des Blutes zu verhindern. Dieser Vorgang wirkt jedoch sehr technisch/mechanisch und somit für viele Menschen sehr unerotisch.

Außerdem sind eine Reihe Sachen erhältlich wie etwa das altbekannte Mittel Yohimbin, das als Naturheilmittel und auf Rezept erhältlich ist, ohne jedoch eine sichere Wirkung zu haben, oder eine Creme, die auf den Penis aufgetragen wird um diesen empfindlicher zu machen.

Mann kann auch selbst mit einem Basiszuschuss versuchen, der B-Vitamine enthält, insbesondere Vitamin B5 ist in diesem Zusammenhang wichtig. Cholin ist für die Nervensignale von und zum Gehirn wichtig. Die essenzielle Fettsäure Omega 6/Gammalinolensäure sowie Magnesium sind wichtig. Zink ist wichtig für die Produktion des männlichen Geschlechtshormons. Bei schlechtem Kreislauf kann man Ginkgo biloba (Tempelbaum) versuchen.

Wünscht man es sich mit mit sogenannten Potenz- oder Leistungsfördernden Kräutern zu versuchen, so müssen diese normalerweise einige Tage bevor man eine Wirkung erwarten kann. Vor dem Sex wird eine extra Dosis genommen.

Und übrigens: Treibt man morgens Sex, wenn man ausgeruht ist, ist das Testosteronniveau im Körper am höchsten.

Warnungen

In einigen Fälen wird von dem Gebrauch von Viagra abgeraten. Dieses gilt für Menschen, die Nitroglycerin oder andere Nitrate (Amylnitrit) verwenden, weil der Stoff die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt und somit Bewusstlosigkeit mit sich führen kann.

Desweiteren wird der Stoff Menschen abgeraten, die an Herz-Kreislauferkrankungen wie Angina Pectoris oder Herzversagen und Leberleiden mit Leberversagen leiden. Nach Schlaganfällen und Blutpfropfen sollte das Präparat ebenfalls vermieden werden.

Zumal einige Menschen nach der Einnahme des Stoffes Schwindelgefühle bekommen, sollte man hierauf achten, bevor man sich hinter das Steuer eines Fahrzeuges setzt oder eine Maschine bedient.

Einige medizinische Präparate könne die Wirkng von Sildenafil verstärken. Fragen Sie ihren Apotheker, falls der Arzt dies nicht erwähnt hat.

Beachtungen

Es war ein großer Durchbruch in der Behandlung von Erektionsprobleme , als das Präparat Sildenafil (Viagra®) auf den Markt kam. Bei 7-9 von 10 Männern mit Erektionsproblemen wirkt das Mittel, das ca. eine Stunde vor dem Sex eingenommen werden muss.
Nach ca. 45 Minuten ist es möglich, bei sexueller Stimulanz eine Erektion zu erlangen. Kurz nach der Ejakulation verschwindet die Erektion wieder. Viagra wirkt auf die Enzyme im Penis ein, welches die Erklärung dafür ist, dass das Mittel nur bei sexueller Stimulanz wirkt. Die Sexlust steigert sich nicht durch Viagra und Männer ohne Erektionsprobleme bekommen keine intensivere Erektion durch die Einnahme des Mittels. Alkohol in größeren Mengen zerstört die Wirkung.

Es sind wenige und schwache Nebenwirkungen mit dem Gebrauch von Viagra verbunden. Gesichtsrötungen, leichter Kopfschmerz, Magenschmerzen und eine verstopfte Nase sind einige Beispiele. Einige Menschen erleben jedoch auch eine leichte kurzzeitige Veränderung der Farbwahrnehmung, sodass alles in einem blauen Schleier erscheint.

Viagra ist rezeptpflichtig.

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