Kinderekzem

Chronische, juckende allergische Hautkrankheit. Wird häufig in Verbindung mit Allergieformen, besonders Asthma und Heuschnupfen beobachtet. Kleinkinder sind häufigst betroffen. In den meisten Fällen verschwindet das Ekzem im Alter von 18 Monaten.

Die Krankheit wird auch als Atopische Dermatitis und Prurigo Besnier bezeichnet. Das Ekzem befindet sich zumeist in den Ellenbogenbeugungen, Kniekehlen, an den Handgelenken und im Gesicht. Übrigens kann dieses Leiden sich bei Kindern in mehreren Lebensabschnitten zeigen.

Für die Entwicklung des kindlichen Immunsystems ist es entscheidend dass sich eine aus verschiedenen Bakterienstämmen bestehende Darmflora entwickelt. Falls die Menge an gramnegativen Bakterien nicht ausreicht, oder diese sich zu spät kolonialisieren, erhöht sich die Menge an IgE-Antikörpern, welche Allergien beeinflussen.

Zuerst sollte man versuchen Nahrungsmittel oder andere Dinge, die eine Allergie oder Intoleranz auslösen können, ausfindig zu machen. Einige erleben eine drastische Besserung, wenn sie das, welches sie nicht vertragen können, aus ihrer Kost auslassen.

Folgende gewöhnlichen Nahrungsmittel können Allergieauslöser sein: Eier, Milch und andere Milchprodukte, Schokolade, Erdnüsse, Soya, Tomaten, Kartoffeln und Nüsse - sowie Gluten von Weizen, Roggen, Gerste und Hafer, was sich in ausgeprägtem Maße bei Glutenintoleranz (Zöliakie) beobachten lässt.

Bei Kleinkindern ist Kuhmilch die häufigste Ursache für eine Lebensmittelallergie. Aus dem Grund ist es empfehlenswert, dass Kinder so lange wie möglich gestillt werden, insbesondere in Familien mit einer Tendenz zur Allergie. Lässt sich das Stillen nicht durchführen, gibt es spezielle Milchersätze, die seltend Allergien auslösen. Ärzte, Kinderärzte, Kosttherapeuten u.ä. kennen sind diese bekannt. Bei ihnen kann man auch Beratung zum Thema Allergie bei Kindern erhalten.

Candida Pilz, der im Verdauungskanal zu weit verbreitet hat, kann bei Ekzem ein mitwirkender Faktor sein.

Zusatzstoffe, Konservierungsmittel, Farbstoffe und Duftstoffe können ebenfalls Ursachen für Allergie und Ekzem sein.

Vieles weist darauf hin, dass Menschen mit Allergie ein Problem mit der Aufnahme und Umsetzung von lebenswichtigen (essenziellen) Fettsäuren (Omega 3 und 6) haben, die eine große Bedeutung für die Haut haben. Ein Mangel an diesen Fettsäuren kann ekzemähnliche Leiden geben.

Ein täglicher Fischölzuschuss gibt jedoch in vielen Fällen bessere Ergebnisse, weil es das Ungleichgewicht zurechtrückt. Man kann falls nötig einen Zuschuss von beiden nehmen.

Forschung hat ergeben, dass Mütter, die einige Wochen vor der Geburt und bis das Kind 6 Monate alt ist einen täglichen Zuschuss von Milchsäurebakterien einnehmen, das Risiko mindern, dass ihr Kind Ekzem bekommt.

Darüberhinaus kann en stressiges Dasein oder viele Sorgen u.ä. bereits existierendes Ekzem verschlimmern.

Empfehlungen

Vorbeugung
Forschungen haben gezeigt, dass Mütter die im Zeitraum von einigen Wochen vor der Geburt bis zu 6 Monate danach täglich Milchsäurebakterien einnehmen, das Risiko verringern, dass ihr Kind ein Ekzem entwickelt.
Allergikerinnen wird empfohlen während und nach der Schwangerschaft täglich Milchsäurebakterien einzunehmen. Ausserdem sollte deren Kind mindestens ein Jahr lang täglich mit Milchsäurebakterien versorgt werden.

Die effektivsten Bakterienstämme gegen Kinderekzem sind:

  • Lactobacillus rhamnosus
  • Lactobacillus reuteri

Insgesamt ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung wichtig. Dabei ist es am besten, tierische Fette (gesättigte Fettsäuren) zu vermeiden, zumal diese den entzündungsartigen Prozess vorantreiben können.

Wegen dem Juckreiz kann es für das Kind verlockend sein im Ekzem zu kratzen, aus welchem Grund Entzündungen entstehen können. Reinigen und schneiden Sie die Fingernägel des Kindes. Baumwollhandschuhe sind eine Möglichkeit.

Leisten Sie dem Juckreiz mit einem kühlem, feuchtem Tuch und kalten Umschlägen Abhilfe, und sorgen Sie dafür, dass das Kind möglichst nicht schwitzt. Juckendes Ekzem können den Schlaf stören, weshalb es angebracht ist, auch für milde Beruhigungsmittel zu sorgen.

Lassen Sie sich auf Überwachstum von Candida untersuchen.

Es ist zu empfehlen, dass stillende Mütter glutenhaltige Nahrung meiden und relevante Kostzuschüsse einnehmen - hierunter Milchsäurebakterien, und diese durch ihre Milch an das Kind weitergeben. Kinder die nicht gestillt werden, können die Milchsäurebakterien in etwas Wasser aufgelöst bekommen.

Allgemeine Anleitung für die Dosierung von Vitaminen, Mineralien u.ä.:

Alter/Dosierung:
0 - ½ Jahr Muttermilch
½ -1 Jahr ca. 1/6 der Erwachsendosis
1 - 3 Jahre ca. 1/3 der Erwachsendosis
3 - 6 Jahre ca. 1/2 der Erwachsendosis
6 - 9 Jahre ca. 2/3 der Erwachsendosis
9 -12 Jahre ca. 3/4 der Erwachsendosis
über 12 Jahre Erwachsendosis

Sorgen Sie dafür, dass das ekzemgetroffene Kind die lebenswichtigen Omega 3 Fettsäuren (in Form von Fisch- oder Leinsamenöl).

Bioflavonoide gibt es u.a. in Obst und Gemüse. Sie sind starke Antioxidanten, die sehr geeignet dafür sind, um den Umfang des Ekzems zu beschränken. Ein extra Vitamin C-Zuschuss, entweder Ascorbinsäure oder säureneutrales Kalziumascorbat (für empfindliche Mägen) ist nützlich. Auch Vitamin A und E sind gut für die Haut. Vitamin A wird aus Beta-caroten, das in Mohrrüben enthalten ist, gebildet. Betacaroten gibt es desweiteren als Nahrungsergänzung zu kaufen.

Zink hat eine sehr große Bedeutung für die Haut, und vielen, die Ekzem haben, fehlt Zink, dass u.a. für die Fettsäureumsetzung im Körper wichtig ist. Eine Hilfe für das Erkennen eines möglichen Zinkmangels ist, eine Zinktablette auf die Zunge zu legen. Hat sie keinen besonderen Geschmack, indikiert dies einen Zinkmangel. Schmeckt sie sehr metallisch und unangenehm, hat man in der Regel genügend Zink im Körper. Eine andere Methode ist die Anwendung eines Zinktests, der aus einer Zink-Lösung besteht. Die Prozedur ist hier die selbe.

Nimmt man Zink ein, sollte man am liebsten auch Kupfer einnehmen, weshalb es eine gute Idee ist, morgens eine Multivitamin-Mineral- und abends eine Zinktablette zu nehmen, da die beiden Mineralien um die Aufnahme aus dem Darm konkurrieren.

Ein gutes Mittel zur äußerlichen Anwendung gegen Kinderekzem ist ein(e) Vitamincreme oder -öl mit natürlichen Inhaltsstoffen, beispielsweise Vitamin A und E-Öl (Weizenkeimöl), Olivenöl oder Johanniskrautöl - natürlich ohne Hormone, Konservierungsmittel und Duftstoffe.

Gute Ratschläge bei Ekzem:

  • Brauchen Sie beim Baden und Duschen lauwarmes Wasser. Viel heißes Wasser irritiert die Haut.
  • Verwenden Sie am liebsten Flüssigseife mit einem niedrigen pH-Wert.
  • Vermeiden Sie normale Seife! Benutzen Sie eventuell Olivenöl-Seife oder -Bodyshampoo.
  • Meiden Sie hohe Temperaturen, die die Haut schweißig machen.
  • Vermeiden Sie fettende Salben, die das Atmen der Haut verhindert.
  • Verwenden Sie keine rezeptfreie Mittel mit Benzokain oder Antibiotika.
  • Kalte, feuchte Kompressen lindern das Jucken (Aloe vera Gelee oder Saft, abgekochtes Wasser, Kamillentee und eventuell Milch, falls es sich nicht um eine Milchallergie handelt)
  • Seide ist eine gute Bekleidung, auch als Nachtzeug und Bettwäsche, da es auf Jucken lindernd wirkt.
  • Benutzen Sie innen am Körper Baumwolle und andere Naturfasern, außer Wolle, die wohl vermieden werden sollte.
  • Bei einer Entzündung des Ekzems kann man sich mit einem einzelnen Tropfen Teebaumöl versuchen - sofern man dieses Öl verträgt!

Relevante Kräuter :

  • Aloe vera wirkt direkt auf die Hautraufgetragen lindernd, juckreizstillend und heilend.
  • Große Klette, Arctium lappa innerlich und äußerlich angewandt entfernt Abfallstoffe, ist wassertreibend und wirkt bei Ekzem, Psoriasis und vielen Hautkrankheiten.
  • Echinacea, - purpurea (Sonnenhut) stärkt die Immunabwehr.
  • Hühnerdarm/Vogelmiere, Stellaria media ist ein generelles Mittel gegen Ekzems.
  • Asiatischer Wassernabel, Centella asiatica kann als Pulver auf das Ekzem gestreut oder mit Wasser vermischt als Umschlag verwendet werden.
  • Goldrute, Solidago virgaurea entgiftet und reinigt die Nieren bei Abfallanhäufungen.
  • Haferflocken, Avena sativa können in einem lauwarmen Bad bei großen Ekzemflächen benutzt werden.
  • Knoblauch, Allium sativum ist im Allgemeinen bakterienhemmend und immustärkend.
  • Kamille, Chamomilla recutica als Tee direkt auf der Haut wirkt lindernd und stillt den Juckreiz.
  • Eisenkraut, Verbena officinalis ist gut für Kinder, wirkt gegen Erschöpfung und evt. gegen Schlaflosigkeit.
  • Beinwell, Symphytum officinale kann äußerlich als Creme oder Lotion sowohl heilend als auch und regenerierend wirken.
  • Pfefferminze, Mentha piperita wirkt als Lotion, Extrakt, Auszug, Sud und Tee direkt auf das Ekzem aufgetragen lindernd, wo es die Empfindlichkeit reduziert - benutzen Sie nie unverdünntes ätherisches Öl!
  • Salbei, Salvia officinalis ist stärkend und hat als Tee einen beruhigenden Effekt.
  • Teebaum, Malaleuca f.a. bei Entzündung des Ekzems - nur 1 Tropfen! - falls es vertragen wird.
  • Zaubernuss, Hamamelis virginiana ist als Lotion oder Creme gut bei feuchtem Ekzem.

Eine Creme, die auf den beiden Wirkstoffen Glycyrrhetinsäure (gewonnen aus Süssholz) und Curcumin (gewonnen aus Kurkuma) beruht, hat sich als wirkungsvoll erwiesen. Die Wirkung wird schon nach etwa einer Woche sichtbar.

Beachtungen

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