Nahrungsmittelintoleranz

Verschiedene Symptome nach der Einnahme unterschiedlicher Nahrungsmittel, die im Gegensatz zu Nahrungsmittelallergien nicht mit gewöhnlichen Allergietests nachgewiesen werden können.

Die Symptome sind oft Spätreaktionen und können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen.

Es kann sehr kompliziert sein, herauszufinden, ob Nahrungsmittel die Intoleranz auslösen. Als erstes muss man Nahrungsmittelallergie, Reaktionen auf Zusatzstoffe oder eine besondere Verarbeitung der Nahrungsmittel als Ursache für die Überempfindlichkeit ausschließen können. Als nächstes muss man oftmals umständliche Experimente ertragen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Intoleranzsymptome sich in der Regel erst 48-72 Stunden nach der Einnahme des verursachenden Nahrungsmittels bemerkbar machen.

Nahrungsmittelintoleranz ist keine echte Allergie, sondern eher eine allergische Reaktion, die bei sowohl Erwachsenen als auch bei Kindern sehr gewöhnlich ist. Diese allergische Reaktion beinhaltet Antistoffe des G-Typs, und weiße Blutkörperchen vom Typ eosinophile Leucozyten sind oft in der Mehrzahl. Intoleranz reagiert nicht auf Hauttests.

Intoleranz umfasst oft 3-10 verschiedene Nahrungsmittel, aber die doppelte Anzahl wurde auch schon gesehen. In den meisten Fällen handelt es sich um Nahrungsmittel, die man sehr gerne mag und deshalb auch oft zu sich nimmt.

Es ist bisher unbekannt, warum man Nahrungsmittelintoleranz bekommt. Im Vergleich zu einer echten Allergie ist Intoleranz kaum vererbbar. Eine Theorie besagt, dass wohl der Übergang von Milch zu fester Nahrung zu früh und abrupt war. Der Darm war noch nicht bereit. Schauen Sie sich bitte auch den Abschnitt über Allergie an!

Nahrungsmittelintoleranz spielt bei zahlreichen Erkrankungen und mehreren hundert Symptomen eine Rolle. In der Regel bedarf es einer größeren Menge des provozierenden Nahrungsmittels als bei Nahrungsmittelallergien, um Symptome auszulösen. Dafür ist es oft möglich, die betreffenden Nahrungsmittel nach ca. 4-monatiger "Abstinenz" wieder in seinem Ernährungsplan aufzunehmen. In welchem Ausmaß diese Nahrungsmittel dann erneut verwendet werden können, hängt auch davon ab, wie extrem die Symptome vorher waren.

Nahrungsmittel, die am häufigsten Überempfindlichkeitsprobleme verursachen:
Milchprodukte, Weizen, Eier und Nachtschattengewächsprodukte (Auberginen, Kartoffeln, Paprika, Tomaten und Tabak).

Laktoseintoleranz
Personen, die unter Laktoseintoleranz leiden, tolerieren keine Milch, da sie den Milchzucker, Laktose, nicht verdauen können. Dies liegt daran, dass ihnen das Enzym Laktase zum verwerten von Laktose fehlt. Wenn diese Menschen dennoch Milch trinken, bekommen sie im Laufe von 15-30 Minuten Magenschmerzen, Luft im Bauch und in einigen Fällen Übelkeit und Krämpfe.

Symptome für eine Nahrungsmittelintoleranz bei Kindern können unter anderem wie folgt auftreten:

Wiederkehrende Nebenhöhlenentzündung, Erkältung, Mittelohrentzündung, Bronchitis, Ekzeme und andere Hautprobleme. Meidet man ein Nahrungsmittel, das ein chronisches Leiden verursacht, weil man dieses Nahrungsmittel oft zu sich genommen hat, dann werden die Symptome nach einiger Zeit wie von selbst erneut auftreten, ähnlich wie Abstinenzerscheinungen bei Alkoholikern auf Entzug.

Unbehandelt werden sich die Symptome langsam verändern, so dass:

Müdigkeit, Kopfschmerzen, verschlimmerte Hautprobleme, Asthmasymptome, Verdauungsprobleme, Unterleibsprobleme, Gliederschmerzen, Gichtsymptome, Gewichtsprobleme, Flüssigkeitsansammlungen sowie Depressionen und psychische Leiden den Alltag dominieren können.

Histamin-Intoleranz
Nicht alle Nahrungsmittelintoleranzen involvieren IgG-Antistoffe. Einige Nahrungsmittel enthalten viel Histamin, und wenn der Körper nicht genug von diesem Stoff verwerten kann, dringt es durch die Darmwand und weiter ins Blut, wo es Allergie ähnliche Symptome hervorrufen kann. Das liegt daran, dass Histamin im Körper u. a. als Hormon funktioniert und bei einer echten Allergie die entsprechenden Symptome hervorruft: Bei einer solchen allergischen Reaktion wird das Histamin von weißen Blutkörperchen abgegeben, die auf harmlose Stoffe im Blut überreagieren.

Normalerweise produziert der Körper ein Enzym namens Diaminoxidase (DAO), welches Histamin umsetzt. Wenn die Produktion dieses Enzyms aus irgendeinem Grund unzureichend ist, kann die Einnahme von Histaminhaltigen Lebensmitteln und Getränken einen erhöhten Histaminspiegel im Blut verursachen, und dadurch können Allergie ähnliche Symptome entstehen. Auch Lebensmittel, die kein Histamin enthalten, können diese Symptome forcieren, wenn sie Stoffe enthalten, die die weißen Blutkörperchen dazu bringen ihren Gehalt an Histamin freizugeben.

Bestimmte Medikamente können DAO hemmen und verursachen dadurch einen erhöhten Histaminwert im Körper. Das gleiche ist bei Alkohol der Fall. Alkohol erhöht die Histaminaufnahme im Darm und hemmt die Umsetzung. Alkohol in Kombination mit Histaminhaltigem Essen, kann somit die Symptome verschlimmern. Histamin wird nicht durch Einfrieren oder Aufwärmen abgebaut.

Beispiele für Lebensmittel mit besonders hohem Histamin Gehalt: Rotwein, Champagner, Käse, Hefe / Backpulver, Salami, Fisch, speziell Fischkonserven, Spinat und Sauerkraut. Eine Daumenregel besagt, je älter, reifer oder je mehr das Essen verarbeitet ist, desto höher ist der Gehalt an Histamin. Ganz frischer Fisch enthält beispielsweise nur ganz wenig Histamin. Der Inhalt von Histamin in Rotwein kann auch variieren; einige rufen Symptome hervor andere nicht. Symptome bei Rotwein können auch durch sein Tyramin Gehalt verursacht werden.

Beispiele für Lebensmittel mit einem geringen Gehalt an Histamin, aber der Eigenschaft die Freigabe von körpereigenem Histamin zu stimulieren: Kakao / Schokolade, Tomaten, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Ananas, Papaya, Kiwi, Mango, Buchweizen, Schalentiere, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Essig und Senf.

Folgende Zusatzstoffe können die weißen Blutkörperchen dazu bringen ihr Histamin freizugeben: Glutamat (E620-623), Benzoat (E210-213), Sulphitte (E220-228), Nitritte (249-252) und eine Reihe von Farbstoffen.

Symptome
Die Symptome einer Histamin-Intoleranz können sein: Magenschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Kopfschmerzen / Migräne, Naselaufen, tränende Augen, Verschiedene Hautausschläge, Juckreiz, Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten oder niedriger Blutdruck. Diese können nach wenigen Minuten oder mehreren Stunden auftreten, und die Anzahl der Symptome, deren Häufigkeit und Intensität kann von Mal zu Mal und Person zu Person sehr verschieden sein.

Empfehlungen

Allgemeine Ernährungsratschläge für Kranke und Gesunde sowie Ratschläge für einen krankheitsvorbeugenden Lebensstil finden Sie in der Bibliothek. Klicken Sie hier.

Essen Sie abwechslungsreich! In einigen Fällen kann eine Rotationsdiät von Vorteil sein. Kurz gesagt bedeutet dies, dass man die selbe Nahrung nur einen Tag lang zu sich nimmt, wonach man dieses Nahrungsmittel die nächsten drei Tage völlig umgeht. Bei der Rotationsdiät werden die Nahrungsmittel in 4 große Gruppen aufgeteilt, damit man eine Auswahl hat. Zu diesem Thema gibt es ergänzende Literatur im Fachhandel.

Histaminintoleranz kann durch ein Ausschließungsverfahren und durch abgleichen des Histaminniveaus im Blut mit der Konzentration des Enzyms Diaminooxidase (DAO) diagnostiziert werden.

Essen Sie viel leicht verarbeitetes, histaminarmes Obst und Gemüse! Vermeiden Sie Junk Food. Vermeiden Sie gesalzene, geräucherte, marinierte und konservierte Lebensmittel. Achten Sie auf eine variierte Kost. Essen Sie nicht zu große Portionen. Kartoffeln, Reis, frisches und tiefgefrorenes Fleisch ist Histaminarm. Mangel an Enzymen, Milchsäurebakterien im Darm, Vitaminen, Mineralien und essenziellen Fettsäuren kann Nahrungsmittelintoleranz herbeiführen oder verschlimmern.

Nehmen Sie täglich einen breit gefächerten Vitamin-, Mineral- und eventuell Milchsäurebakterienzuschuss ein. Versuchen Sie es mit einem Esslöffel Leinsamenöl oder gequetschte Leinsamen zweimal täglich mit dem Essen. Achten Sie jedoch auf die Signale Ihres Körpers und dass das Öl nicht ranzig ist. Bewahren Sie beides unbedingt im Kühlschrank auf. Samen und Öl sollten in Geschäften gekauft werden, wo sie gekühlt gelagert werden. Auch Jasminreis – „sticky rice“ – ist generell gut für Menschen mit Nahrungsmittelallergien – sofern man Reis toleriert.

Hilfreiche Enzyme
Verdauungsenzyme können hilfreich sein. Sie werden unmittelbar nach einer Mahlzeit eingenommen. Zuschüsse des Enzyms DAO können eine schnelle Linderung bei Histaminintoleranz herbeiführen, wenn sie in Verbindung mit histaminhaltiger Kost oder Getränken eingenommen werden. Die Wirkung ist nach 20 Minuten zu erwarten. Das Enzym wirkt jedoch nur im Dünndarm und zeigt deshalb keinen direkten Effekt auf den Histamingehalt im Blut. Es kann ohne Risiko von schwangeren eingenommen werden.

Achten Sie einmal darauf, wie es Ihnen geht, nachdem Sie bestimmte Sachen gegessen haben. Dieses hilft Ihnen eventuell einen Zusammenhang zu erkennen.
Einseitige Ernährung über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht das Risiko von Nahrungsmittelintoleranz.
Trinken Sie täglich mindestens 1½ Liter reines Wasser!
Vermeiden Sie Tabakrauch, auch passiv!
Reduzieren Sie Ihren Alkoholverbrauch und vermeiden Sie die Einnahme unnötiger Medizin.

Ein Fachmann in Sachen Allergie und Intoleranz kann sehr hilfreich sein.

ELISA-Methode
Man kann eine Blutprobe an die Firma Immuno Laboratories in den USA senden, welche eben dieses auf 100 verschiedene Nahrungsmittel hin testet. Hierzu wird die so genannte ELISA-Methode benutzt. ELISA steht für Enzyme Linked Immuno Sorbent Assay. Dieser Test schaut auf den G-Typ-Antistoff, der bei vielen Fällen der Nahrungsmittelintoleranz eine Rolle spielt. Nach dem Test bekommt man eine Übersicht zugesendet, auf der man sehen kann, wie stark der Körper auf die einzelnen Nahrungsmittel reagiert. Weiter liegt ein Ernährungsplan bei, der es bei Einhalten der Empfehlungen möglich macht, begrenzte Mengen der betroffenen Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.

Es gibt aber auch billigere Methoden, die einen kleinen Hinweis darauf geben können, welche Nahrungsmittel eine Überempfindlichkeit hervorrufen.

Pulstest
Dann gibt es noch Dr. Coca's Pulstest von 1956. Dieser Test beruht darauf, dass der Puls oftmals steigt, nachdem man ein Nahrungsmittel eingenommen hat, das Überempfindlichkeit verursacht. Diese Methode kann mit der Eliminationstheorie kombiniert werden.

1. Vermeiden Sie das Rauchen einige Tage vor dem Test.
2. Messen Sie den Puls sorgfältig jeden Tag - eine Minute lang - und notieren Sie die Resultate:

A - Im Bett unmittelbar nach dem Aufwachen - liegend.
B - Unmittelbar vor jeder Mahlzeit oder vor der Einnahme von jeglicher Form von Nahrungsmitteln und Getränken - sitzend.
C - 10, 30 und 60 Minuten nach der Einnahme dieser Nahrungsmittel und Getränke - sitzend.
D - Unmittelbar vor dem Zubettgehen - liegend.

3. Notieren Sie sämtliche Getränke und Nahrungsmittel zu jeder Mahlzeit!

4. Nach 3 oder 4 Tagen mit diesem Programm kann man das Programm dazu ändern, einzelne, isolierte Nahrungsmittel zu testen:

5. Legen Sie anhand Ihrer Notizen den individuell niedrigsten und höchsten Puls fest.

Achten Sie auf Abweichungen hiervon, besonders auf einen ungewöhnlich hohen Puls. Achten Sie darauf, welches Nahrungsmittel in dieser Verbindung eingenommen wurde. Ein erhöhter Puls braucht manchmal mehrere Stunden, um sich zu normalisieren. Meiden Sie dieses Nahrungsmittel danach und warten Sie die Resultate ab.

Wenn der Puls um mehr als 6-10 Schläge pro Minute steigt, ist dies ein Zeichen von Überempfindlichkeit.
Der Ruhe-Puls sollte normalerweise bei Erwachsenen bei ca. 60-84 Schläge pro Minute liegen.

Eliminationsdiät
Mit Hilfe einer Eliminationsdiät ist es möglich, die problematischen Nahrungsmittel ausfindig zu machen. Für gewöhnlich handelt es sich hierbei um die Nahrungsmittel, die man am häufigsten zu sich nimmt und am meisten in seiner Kindheit zu sich genommen hat. Auch zu diesem Thema gibt es weitere Literatur im Fachhandel. Beim Meiden eines Nahrungsmittels ist oft eine 3-4-tägige Müdigkeit zu beobachten. Danach verbessert sich der Zustand für gewöhnlich.

Es ist zu empfehlen von einem Ernährungstherapeuten oder einer anderen Fachperson mit Erfahrung auf dem Gebiet Beratung zu bekommen.

Kräuter:

Meerrettich, Amoracia rusticana

Warnungen

Mutterkraut, Tanacetum parthenium sollte nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.

Beachtungen

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