Niedriger Blutzucker

Sollte eigentlich "schwankender Blutzucker" genannt werden. Häufiger Drang nach Süßem, schnelle Umwandlung von Kohlenhydraten oder Alkohol, wenn der Blutzucker niedrig ist. Die Symptome sind vielseitig, psychisch und physisch.

1924 publizierte Dr. Seale Harris seine erste Abhandlung über Hypoglykämie. Bis dahin war diese Erkrankung weitgehend unbekannt. 28 Jahre später erhielt er für seine gründliche Forschung auf dem Gebiet der Hypoglykämie die Anerkennung der amerikanischen Ärztevereinigung (AMA). Fünf Jahre später wurde diese Auszeichnung jedoch wieder zurückgezogen, und es wurde offiziell erklärt, dass es diese Erkrankung nicht gäbe, obwohl es hierfür keine wissenschaftlichen Belege gab.

Hierbei handelt es sich wohl eher um einen Politischen, als einen wissenschaftlichen Beschluss. Offiziell hat die Erkrankung mehr als 40 Jahre lang nicht existiert, und angehende Ärzte wurden daher auch nicht auf diesem Gebiet geschult.

Man geht davon aus, dass jede vierte Person in der westlichen Welt an zu niedrigem Blutzucker leidet. Der Grad dieses Gesundheitsproblem variiert allerdings sehr stark.

Es gibt drei verschiedene Arten von Hypoglykämie (niedriger Blutzucker):

  1. Funktionelle oder reaktive Hypoglykämie: Der Körper reagiert übertrieben auf eine Mahlzeit, weil die Bauchspeicheldrüse besonders gegenüber den leichtaufnehmbaren Kohlenhydrate überempfindlich ist und deshalb zu viel Insulin produziert. Die Überproduktion des Hormons Insulin senkt das Blutzuckerniveau, und der Körper reagiert mit vielen verschiedenen Symptomen, die als sehr störend empfunden werden. Funktionelle Hypoglykämie ist weit verbreitet, wird aber weitgehend von der Schulmedizin nicht wahrgenommen. Patienten mit diesem Typ niedrigen Blutzuckers werden häufig fehldiagnostiziert und fehlerhaft behandelt. Diese Art niedrigen Blutzuckers wird hier beschrieben.
  2. Diabetische Hypoglykämie: Entsteht, wenn eine zuckerkranke Person zu wenig oder zu viel isst; oder aber zu starkes Insulin erhält, so dass der Blutzucker zu weit abfällt - in schweren Fällen wird dies "Insulinschock" genannt.
  3. Organische Hypoglykämie: Ist auf einen insulinproduzierenden Tumor in der Leber oder der Bauchspeicheldrüse zurückzuführen, was äußerst lebensbedrohlich ist - und sehr selten vorkommt. Ist das Blutzuckerniveau zu hoch, besteht die Möglichkeit, dass man zuckerkrank wird. Das Blutzuckerniveau darf weder zu hoch noch zu niedrig liegen; das Blut muss einen bestimmten Blutzuckergehalt haben. Der niedrige (oder schwankende) Blutzucker bewirkt, dass die Energiezufuhr zu den Zellen instabil bzw. reduziert wird, was sehr belastend für die Zellen- und damit auch für dieOrganfunktion ist.

Der Blutzucker repräsentiert den augenblicklichen Energiestatus, und einschwankender Blutzucker sagt somit aus, dass etwas mit der Energieverwaltung des Menschen nicht in Ordnung ist. Sinkt er unter das Nüchtern- Blutzuckerniveau, also das Niveau vor dem Essen, bedeutet dies eine Energiekrise für viele Körperorgane. Zuerst betrifft es das Gehirn, dann betrifft es auch die anderen Organe, ihre Funktionen wie Bewegung, Verdauung, Gefühl, Auffassung, Sehkraft, Denkvermögen und Gehör, werden gestört und können später auch ganz eingestellt werden. Man kann an einem Anfall niedrigen Blutzuckers sterben, doch dies ist eher selten der Fall.

Die Hauptursachen für schwankenden Blutzucker sind:

  1. Physischer und psychischer Stress: gestresster Lebensstil, Schock, hormonelle Schwingungen und Vergiftungen
  2. Fehlernährung: Überverbrauch von Zucker/Süßstoffen und Fast Food/Junk Food
  3. Genetische Voraussetzung: Veranlagung für ein schwaches Nervensystem und Probleme mit der Verarbeitung von Stress und Kummer
  4. Alkoholismus: Kann sowohl Symptom als Ursache sein (auch als erbliche Veranlagung)

Hat man niedrigen Blutzucker und fühlt eine Art Unbehagen, sollte man sofort etwas essen. Hiernach wird die Zuckerkonzentration im Blut ansteigen, und die unmittelbare Krise geht vorüber. Der schwankende Blutzucker tritt oft erneut auf, wenn man nicht den Grund für das Problem ausmacht. Schwankender Blutzucker wird besonders durch Stress und zu viele leichtaufnehmbaren Kohlenhydrate ausgelöst

Kohlenhydrate werden bei der Verdauung zu Glukose, einer Zuckerart, umgebildet, die ein notwendiger Brennstoff für unsere Zellen ist. Ist nicht genügend Glukose im Blut, fehlt den Zellen Nahrung, und sie können nicht optimal funktionieren. Die Glukose gelangt über den Darm ins Blut und weiter in die Leber, hier wird der größte Teil in Depotzucker umgebildet, der in der Leber aufbewahrt wird, bis er gebraucht wird.

Nahrungsmittel, die raffinierten, weißen Zucker enthalten, werden blitzschnell aufgenommen und spült eine Schockwelle von Glukose in die Blutbahn, die Organe werden überlastet, so dass sie sogar beschädigt werden können. Leichtaufnehmbare Kohlenhydrate wie Weißbrot, Obst und zuckerhaltige Produkte - aber auch Mohrrüben, Kartoffeln, Pastinake und veredelte Getreideprodukte - erhöhen zügig den Glukoseinhalt im Blut, wodurch der Blutzucker steigt. Die Bauchspeicheldrüse reagiert, indem sie mehr Insulin herstellt, was den Zellen hilft, dieGlukosein die Zellen zutransportiert, in denensie als Energiequelle verbrannt wird - der Blutzucker sinkt. Ein Sinken des Blutzuckers erlebt man alsden Drang, etwas zu essen (Appetit).

Je nach dem, was man isst - geschieht folgendes:

  1. Nimmt man schnell umsetzbare Kohlehydrate ein, ergo süße Sachen und Stimulantien, beginnt der Prozess von vorn; der Blutzucker steigt, dann sinkt er, ein neuer Heißhunger auf Süßes entsteht usw.
  2. Nimmt man Mahlzeiten zu sich, die aus komplexen Kohlenhydraten und Protein bestehen, steigt der Blutzucker langsam und fällt deshalb nicht so schnell wieder ab.
  3. Isst man überhaupt nichts, wird man müde, matt und noch hungriger. Der Hunger verschwindet jedoch binnen einer halben bis anderthalben Stunde, weil die Nebennieren nun beginnen, Adrenalin zu produzieren. Das Adrenalin wirkt auf den Blutzucker, in dem es den Depotzucker in der Leber freisetzt, sodass das Blutzuckerniveau steigt und es einem "besser" geht. Auf diese Weise verschleißt man auf Dauer seine Nebennieren und Leber, und wird nach und nach weniger tolerant gegen andere Belastungen.

Hypoglykämie lässt sich durch folgendes erkennen:

  1. Die Symptome treten binnen 3-5 Stunden nach Mahlzeiten auf.
  2. Die Symptome zeigen sich zur selben Zeit, in der der Blutzucker am niedrigsten ist.
  3. Das Gefühl von Müdigkeit verschwindet nach der Einnahme von Süßem, weil der Blutzucker hierdurch steigt.


Symptome sind von Person zu Person verschieden und können sein:

  • Unwohlsein, wenn man nicht rechtzeitig isst, Besserung, wenn man ein Bisschen zu sich nimmt, aber Hungergefühl kurz nach dem Essen.
  • Hungerempfinden, starker Durst, leeres Gefühl im Magen und der Drang, sofort etwas zu essen sowie ein Drang nach Fettem, Salzigem und Süßem.
  • Müdigkeit, Lahmheit, Erschöpfung, Übelkeit, Schwindelanfälle, Frieren, Herzrasen
  • Starkes Schwitzen, kalte und feuchte Haut, kalter Schweiß, zitternde Hände, Zittern und Zucken des Körpers
  • Verwirrung, Unruhe, Ängstlichkeit, Angst, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Hoffnungslosigkeit, weinerliche Stimmung, Depressionen
  • Irritation, Stimmungsumschwünge, Aggresivität, Verzweiflung, gewalttätiges Verhalten, Selbstmordgedanken
  • Kopfschmerzen oder Migräne, unruhiger Schlaf, Schlaflosigkeit, Alpträume
  • Verstopfungen, keinen Appetit am Morgen, Fettleibigkeit oder Abmagerung
  • Gefühlsstörungen, Muskelspannungen, Infiltrationen, Gelenk- und Muskelschmerzen, blaue Flecken
  • Kribbeln in den Lippen und Händen, Sehstörungen, Empfindlichkeit in der linken Seite des Bauches unterhalb der Rippen
  • Bewusstseinsverlust, unverständliches Sprechen, Krämpfe, Frigidität und Impotenz, geschwächte Immunreaktionen
  • Drang zu stimulierenden Produkten wie etwa Kaffee, Tee, Alkohol und Tabak
  • Anfälligkeit für Alkoholismus, Abhängigkeit von Stimulanzien und Medizin, Missbrauch
  • Probleme mit Austrocknen der Schleimhäute, Allergie, Asthma und epileptischen Anfällen bei Disponierten
  • In extremen Situationen Bewusstlosigkeit und Tod.

Ein Teil der Symptome beeinflussen das Nervensystem, während andere das Hormonsystem beeinflussen, das wiederum Auswirkungen auf die Psyche hat. Die Forschung hat parallele Symptome zwischen PMS (prämenstruelles Syndrom) und niedrigem Blutzucker bei einigen Frauen mit PMS aufgezeigt.

Empfehlungen

Allgemeine Ernährungsratschläge für Kranke und Gesunde sowie Ratschläge für einen krankheitsvorbeugenden Lebensstil finden Sie in der Blibliothek. Klicken Sie hier.

Es ist möglich, Blutzuckerprobleme anhand eines Fragebogens klarzulegen. Auf einem solchen Fragebogen sind die wesentlichsten Symptome alle aufgeführt. Das sicherste ist jedoch ein Glukosebelastungstest. Viele benutzen jedoch eher die Irisdiagnose und Zonentherapie, welche beide praktisch sehr gut wirken.

Da Stress und Fehlernährung die primären Ursachen für schwingende Blutzuckerwerte sind, muss man seinen Alltagsstress reduzieren, Umweltverschmutzung und Infektionen vermeiden und auf eine blutzuckerstabilisierende Ernährung achten.

Blutzuckerstabilisierende Ratschläge:

  • Essen Sie weniger, dafür aber häufiger am Tag kleine Mahlzeiten.
  • Vermeiden Sie zuckerhaltige Nahrungsmittel, Cornflakes, Frühstücksprodukte, Alkohol, Kaffee, Tabak, Nachspeise, weißes Mehl, helles Knäckebrot, heller Reis, Pasta aus hellem Mehl, fette Käsesorten.
  • Wählen Sie eventuell Getreidekafee, Kräutertee, milder grüner Tee und Gemüsesaft statt normalen Kaffees.
  • Minimieren oder vermeiden Sie Marmelade, größere Mengen Frucht, getrocknete Früchte, zuckerhlatige Fruchtsäfte, Karottensaft, Grapefruitsaft, Fruchtyoghurt, fritierte nahrung, gesalzenes, geräuchertes, gewürztes und fettgebratenes Fleisch und Fisch, Ente, Gnas, Mayonaise, Lammfleisch, Schweinefleisch, Ketchup und Salz mit Kaliumchlorid und essen Sie eventuell Marmelade, die mit Apfelpektin gesüßt wurde.
  • Essen Sie Vollkornbrot, braunen Reis und ausschließlich stärkehaltiges Gemüse wie Karotten, Kartoffeln und Pastinak in Grenzen.
  • Essen Sie fiberhaltiger - Hirse, Hafer, Buchweizen, Gerste, Roggen und besonders alle grünen Gemüsesorten.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Proteinbedarf gedeckt wird. Hierbei sollten sowohl animalische als auch pflanzliche Quellen berücksichtigt werden. Vegetabiles Protein ist in Soja, Hülsenfrüchten Mandeln, Nüsse sowie die meisten grünen Gemüsesorten - gerne als Rohkost zum Anfang der Mahlzeit. Desweiteren kann man Protein aus magerem Käse und Eiern gewinnen. Weichgekochte Eier werden empfohlen, weil diese leichter verdaubar sind, als hartgekochte Eier.
  • Benutzen Sie kaltgepresstes Öl von Mais, Sonnenblumenkerne, Distel oder Oliven. Essen Sie auch Fischöl.
  • Vermeiden Sie Einwirkungen von der Kost und Ihrer Umwelt, die Sie nicht vertragen, z.B. Weizen, Milch, Käse, Fleisch - oder Autoabgase, Biochemikalien, Parfum, passives Rauchen usw.
  • Treiben Sie Sport in Maßen.

Da es schwer sein kann, seinen Mineral- und Vitaminbedarf über die normale Kost zu decken, ist es ratsam, mit Kostzuschüssen zu suplieren. Besonders Großraucher sowie Personen mit einem großen Verbrauch an Aspirin und anderen Acetylsäurepräparaten geraten leicht in Unterschuss in Sachen Vitamin C u.a. Die Forschung hat gezeigt, dass die Aminosäure L-Tryptophan einen nützlichen Effekt auf das Blutzucker hat.

Kräuter wie etwa Blaubeerblätter, Wacholderbeere, Lakritzwurzel, Lövenzahn, Mariendistel, Mistel und Pferfferminze haben eine nützliche Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse, auf die Galle und auf die Leber. Hafer, Avena sativa unterstützt das Nervensystem und ist gut bei Stress, Schlaflosigkeit und Schwächung. Tormentil, Tormentilla: als Extrakt gut für die Bauchspeicheldrüse.

Zonentherapie und andere Reflexstimulation der Bauchspeicheldrüse, der Nebennieren und der Hypophyse haben sich in der Behandlung als hilfreich gezeigt.

Betreffend "essentielle Fettsäuren" (EFA):

Omega-3 mehrungesättigte Fettsäuren (EPA) sind in Leinsamen, Dorschlebertran, fettem Fisch, Walnüssen, Raps, Portulak, Kürbiskernen, grünem Gemüse und Weizenkeim enthalten.
1 Esslöffel Dorschlebertran täglich oder 1 Teelöffel gemahlene Leinsamen jeden Morgen ist billiger als Fischölkapseln.

Omega-6 Fettsäuren (GLA) ist in schwarze Johannisbeeren, Borresch, kaltgepresste Mais-, Raps-, Sesam-, Sonnenblumen-, Distel- und Nachtkerzenölen sowie -samen enthalten.

Warnungen

Bei AKUTEM Fall des Blutzuckerwertes, bei dem extreme Erschlaffung des gesamten Körpers sowie Zittern und Schwindelgefühl entsteht, kan ausnahmsweise ein Löffel Honig oder ein Teelöffel Zucker mit einer Tassen heißen Wassers eingenommen werden. Ein solcher Blutzuckeranfall kann auch während des Autofahrens, beim Schwimmen oder während der Arbeit an einer Maschine auftreten, weshalb man solche Aktivitäten meiden sollte, wenn man dazu neigt, oft solche Anfälle zu bekommen. Bei älteren Menschen können solche Anfälle nachts auftreten. Dieses kann in einigen Fällen deshalb schwer mitzubekommen sein und kann auf längere Sicht zu Hirnschäden führen. Bei Bewußtlosigkeit sollte man nicht versuchen, den Kranken zu füttern, da die Nahrung in der Luftröhre landen kann und ein Erstickungsrisiko entstehen kann. Bei Reflexstimulation/Zonentherapie muss im Verhältnis zu den Nebennierenreflexen zur Vorsicht aufgerufen werden, falls der Kranke mit Kortison behandelt wurde.

Beachtungen

Klicken Sie auch auf Blutzuckerleiden generell.