Vitiligo

Weisse Hautflecken, die von schwindendem Pigment verursacht werden. Normalerweise 1-2 Stellen auf abgegrenzten und symetrischen Gebieten, jedoch kann auch das meiste des Körpers betroffen sein.

Die Ursache ist nicht bekannt, jedoch ist wahrscheinlich eine autoimmune Krankheit die Ursache.

Die Farbe der Haut stammt vom Pigment Melanin, die von Zellen in der Oberhaut produziert werden, sogenannte Melanocyten. Auch die Netzhaut des Auges enthält Melanocyten, die ihr ihre Farbe verleihen. Blaue Augen sind ein Zeichen für einen niedrigen Melaningehalt. Die Bildung von Melanin fordert die Anwesenheit der Aminosäure Tyrosin und des Enzyms Tyrosinase.

Die Melaninproduktion wird gesteigert, wenn man sie ultraviolettem Licht aussetzt, wonach die Haut dunkler wird. Dies geschieht auch bei farbigen Menschen, obwohl es bei ihnen schwerer zu sehen ist. Desto dunkler die Haut, desto leichter ist Vitiligo zu entdecken. Einige Menschen leiden an einem erblichen Pigmentmangel der Albinismus genannt wird. Ihnen fehl die Fähigkeit Melanin zu bilden völlig, und daher haben sie eine ganz weiße Haut, weißes Haar und rötliche Augen. Ihnen schadet das ultraviolette Licht der Sonne auch mehr. Das Melanin wird nämlich gerade von der Haut gebildet um sie vor den schädlichen Wirkungen des ultravioletten Lichts der Sonne zu schützen.

Es wird veranschlagt, dass 1, höchstens 2%, der Weltbevölkerung von Vitiligo betroffen werden. Die Krankheit ist weder gefährlich noch ansteckend, jedoch ist sie aus kosmetischen Ursachen oftmals eine große Belastung. Sie kann in jedem Alter entstehen, jedoch beginnt sie meistens bei jungen Menschen. Es hat den Anschein, dass Vitiligo in einigen Fällen vererbt wird, jedoch längst nicht in allen Fällen.

Die Krankheit beginnt häufig mit einigen wenigen, kleineren, oftmals symmetrisch platzierten Flecken, die sich auf den Händen ausbreiten, auf dem Oberkörper, im Gesicht oder evt. an anderen Stellen. Einige bekommen nur weiße Flecken in der einen Seite des Körpers. Wenn die Flecken im Haar sind, werden diese Haare oftmals auch ganz weiß. Normalerweise breiten sich die Flecken aus. Dies kann ein langsamer Prozess sein, der viele Jahre dauert, oder aber relativ schnell vonstatten gehen. Die Krankheit kann auch viele Jahre lang still stehen.

Bei Vitiligo werden die weißen Flecken dadurch verursacht, dass die Melanocyten zerstört werden. Es wurden Fälle nachgewiesen, bei denen das eigene Immunsystem der betroffenen Person Antistoffe produziert hat, welche die Melanocyten angegriffen haben. Personen mit autoimmunen Krankheiten leiden öfter an Vitiligo als der Rest der Bevölkerung, jedoch liegen hierfür keine ausreichenden Konklusionen vor.

Einige Forscher nehmen an, dass die Melanocyten auch aufgrund anderer Ursachen zu Grunde gehen können. Die Zellen des Körpers produzieren die ganze Zeit eine gewisse Menge Hydrogenperoxid (Wasserstoffperoxid) als ein natürlicher Teil des Stoffwechsels; das Enzym Katalase ist jedoch im Stande Hydrogenperoxid zu Wasser und Sauerstoff umzuwandeln. Hydrogenperoxid tötet Zellen. Weiße Blutkörperchen nutzen konzentriertes Hydrogenperoxid um Fremdkörper abzutöten. Bei einigen Personen mit Vitiligo hat man ein niedriges Niveau des Enzyms Katalase im Körper konstatiert. Das Niveau von Katalase kann jedoch mit großen Dosierungen Vitamin C gesteigert werden und kann somit ein mögliches Erklärungsmodell für eine günstige Wirkung von Vitamin C bei Vitiligo sein.

Außerdem ist bekannt, dass ein Leiden wie perniziöse Anämie, eine Krankheit bei der der Darm das Vitamin B12 nicht aufnehmen kann, sowie eine niedrige Magensäureproduktion häufiger bei Menschen mit Vitiligo gesehen werden, und am häufigsten bei Frauen.

Empfehlungen

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Sorgen Sie dafür, die zarte Haut durch das Benutzen von Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor vor zuviel Sonne zu beschützen.

Bei Vitiligo dauert eine Besserung des Zustandes häufig viele Monate. Eine wirksame Behandlung sollte jedoch innerhalb eines halben Jahres Zeichen der Besserung vorweisen können.

Meiden Sie so weit möglich Stress, der bei einigen die Verbreitung der weißen Flecke zu fördern scheint.

Vermeiden Sie Nikkelvergiftungen. Die Art der Wirkung an sich ist bisher ungeklärt, aber man kennt Beispiele darauf, dass Nikkelallergiker an den Stellen weiße Hautflecken bekommen haben, wo sie einen längerdauernden Kontakt mit nikkelhaltigen Metallen gehabt haben.

Vitamine und Mineralien mit besonderem therapeutischen Wert:

  • B1 Thiamin
  • B2 Riboflavin
  • B5 Pantothensyre
  • B9 Folsäure
  • PABA
  • B12 Methylcobalamin. 1.000 µg tägl.
  • Vitamin C
  • Kupfer
  • Zink
  • Jod


B-Vitamine
Lassen Sie sich auf Vitamin B12-Mangel und herabgesetzte Magensäureproduktion untersuchen. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass die Symptome von zu viel und zu wenig Magensäure leicht zu verwechseln sind. Bei herabgesetzter Magensäureproduktion wird man häufig guten Nutzen von B-Vitaminen haben.

B-Vitamine sind am besten als ein Komplex aller B-Vitamine einzunehmen. Therapeutische Dosen einzelner B-Vitamine werden zusätzlich eingenommen. Es sind mit den obenstehenden Zuschüssen gute Resultate erziehlt worden, aber die Dosierung einiger Stoffe ist sehr hoch gewesen und hat sich über etliche Monate gestreckt.
B12 wurde jede zweite Woche in Gestalt von intra-muskulären Injektionen von 100 - 1.000 µg verabreicht.
Es kann deshalb nur empfohlen werden professionelle Hilfe aufzusuchen.

PABA
Der Vitamin B-ähnliche Stoff PABA, welcher in den Hautzellen am stärksten konzentriert ist, ist in der Vitiligobehandlung umstritten. Manche vertragen keine großen Zuschüsse. Andere sehen es geradezu als eine Quelle für Vitiligo statt eine Kur dagegen. Große Dosen über eine längeren Zeitraum eingenommen, sind mit Leberentzündung und Schäden an Herz und Nieren verbunden worden. Nichtsdestoweniger gibt es mehrere Berichte über günstige Ergebnisse mit PABA zusammen mit den B-Vitaminkomplex und anderem. Es wurden in jenem Zusammenhang über 5-7 Monate 3-4 Mal täglich 100 mg PABA verabreicht. Einigen nutzt es, anderen nicht. Das kann man nicht im Voraus wissen. Nehmen Sie es nur unter klinischer Überwachung ein.

Mineralien
Zink und Kupfer sind u.a. für die Enzymproduktion des Körpers notwendig. Kupfer wird beispielsweise für die Aktivierung des Enzyms Tyrosinase benutzt. Dieses Enzym wird manchmal von den körpereigenen Antistoffen zerstört, aber Kupfermangel reduziert auch die Tyrosinaseproduktion des Körpers, die für die Melaninbildung nötig ist.

Milchsäurebakterien und Verdauungsenzyme
Sorgen Sie dafür, dass ihre Darmflora und Verdauung optimal funktioniert. PABA trägt zur Normalisierung der Darmflora bei, aber Zuschüsse von Milchsäurebakterien und evt. Verdauungsenzymen können ebenfalls von Nutzen sein - auch im Bezug auf die Immunfunktion des Körpers.

Phenylalanin und UV-Strahlenbehandlung
Die Aminosäure L-Phenylalanin hat zusammen mit Langwellen-UV-Strahlenbehandlung gute Resultate erziehlt. Phenylalanin wird in der Leber in Tyrosin umgebildet, welches weiter in Melanin umgebildet wird. Deshalb kann es verwunderlich erscheinen, dass man Tyrosin nicht direkt anwendet; aber vielleicht hat man die Erfahrung gemacht, dass das Tyrosin, welches der Körper selbst umbildet, besser wirkt.

Die Phenylalanin-Dosierung liegt bei 50 mg/kg Körpergewicht, in manchen Fällen 100 mg/kg Körpergewicht. Die beste Nutzung der Phenylalaninergänzung erreicht man, indem man sie vormittags und abends von Mahlzeiten versetzt einnimmt. Wählen Sie ein Frühstück mit einem geringen Proteingehalt und warten Sie mindestens eine Stunde nach der Einnahme des Phenylalanins, bevor Sie wieder Essen zu sich nehmen.

Es kann komisch erscheinen, dass Haut, die keine Pigmente enthält und deshalb besonders empfindlich gegenüber ultraviolettem Licht ist, mit UV-Licht behandelt wird. Diese Behandlungen sind in viel Fällen dazu imstande gewesen neues Pigment zu bilden. Auch UV-Behandlung ist langwierig. Hierbei handelt es sich typisch um 2-4 Behandlungen die Woche von jeweils ½ Stunde, aber auch was UV-Behandlung betrifft, werden nicht alle geholfen werden können.

Warnungen

Vitiligo sollte vor Eigenbehandlung von einem Arzt untersucht werden.

Beachtungen

Siehe auch Leukodermie, Raynauds Syndrom und Pilzinfektionen.

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