Aphrodisiaka - afrodisiacs

Kräuter oder andere Substanzen, die (von beiden Geschlechtern) angewandt werden um die Sexualtriebe und das Leistungsvermögen zu stärken. Aphrodisiaka werden sowohl in Form von Pillen, Pulvern, Getränken als auch Düften eingenommen.

Schon seit Tausenden von Jahren sind Kräuter gegen fehlende Erektion und um die Sexlust beider Geschlechter zu steigern benutzt worden. Auch andere natürliche Stoffe haben sich als brauchbar erwiesen und können in vielen Fällen eine gute Alternative sein.

Der Begriff Aphrodisikum ist von Aphrodite abgeleitet, welches der Name der griechischen Göttin der Liebe, Schönheit, Fruchtbarkeit und Begierde. In der römischen Mythologie heißt sie Venus. Aphrodite bedeutet eigentlich Schaum und ein Mythos berichtet, wie sie im schäumenden Meer geboren wurde.

Aphrodite war die Tochter von Zeus und Dione und gab sich laut Mythologie freigebig sowohl Göttern und Menschen hin, obwohl sie mit dem Gott Hephaistos verheiratet war. Sie ist ebenfalls die Mutter des Liebesgottes Eros.

Deshalb nennt man Mittel - oftmals exotische Kräuter - von denen man entweder weiß oder annimmt, dass sie den sexuellen Trieb und das sexuelle Vermögen steigern können. Früher nannte man Kräutersud für jenen Gebrauch einen Liebestrank. Sie waren nicht immer ganz ungiftig und man kann bei manchen dieser Kräutersude die aphrodisierende Wirkung in Frage Stellen.

Sie konnten beispielsweise folgendes enthalten:

  • Alraune (Mandragora officinalis) Die Beeren sind seit der Bibel als stärkend für den Sexualtrieb betrachtet worden. Die Wurzel enthält u.a. Atropin, das den für die Sexualität so wichtigen Stoff Acetylcholin hemmt.
  • Stechapfel (Datura stramonium), dessen Samen giftig sind, enthält ebenfalls Atropin.
  • Spanische Fliege (Lytta vesicatora), die keine Fliege sondern ein grünlicher Käfer ist, der pulverisiert wird und den Stoff Cantharidin enthält. Cantharidin erhöht die Sensibilität der Haut und die Blutzufuhr zu den Genitalien, kann aber Entzündungen in Nieren und Harnwegen geben. Es wird jedoch noch immer in kleinen Dosen verwendet.

Der frühere US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger hat einst gesagt, dass Macht das ultimative Aphrodisiakum ist. Etwas scheint da auf jeden Fall dran zu sein - Bill Clinton ist nur ein späteres Beispiel für diese Aussage. Jene die sich nicht auf den Gipfeln der Macht befinden müssen zu anderen Hilfsmitteln greifen.

Die Menge der Mittel, die im Laufe der Zeit das Prädikat Aphrodisiakum bekommen haben, ist ziemlich groß. Dies kann damit zusammenhängen, dass Krankheit, Depression und Stress für gewöhnlich die Lust und in einigen Fällen die sexuelle Fähigkeit reduziert. Die Mittel, die es vermögen, das physische oder psychische Gleichgewicht wieder herzustellen und somit den Libido und das sexuelle Vermögen zu reetablieren, wirken deswegen in Praxis wie eine Art Aphrodisiakum ohne es streng genommen zu sein.

Ein anderer Aspekt bei Aphrodisiaka ist, dass ihre Wirkung in wissenschaftlichen Studien selten ausreichend untersucht worden sind.

Wo Präparate wie Viagra sehr schnelle Resultate geben, kann die Wirkung von sicheren Kräutern etwas mehr Zeit bedürfen. Dafür geben Kräuter aufgrund eines breiteren Spektrums der wirksamen Stoffe eine größere Breite im Grade der Wirksamkeit. Nicht selten ist bei bekannten Aphrodisiaka auch ein stimmungsaufhällender Effekt zu erkennen. Kräuter, die bei herabgesetztem sexuellen Vermögen benutzt werden, wirken entweder durch eine Verbesserung der Hormonproduktion des Körpers, durch eine Verbesserung der Blutzufuhr zu den Geschlechtsorganen oder dadurch, dass sie die Intensität der Nervenimpulse erhöhen.

Eigentlich beginnt Sexualität im Gehirn, wo Nervenimpulse u.a. die Produktion des Botenstoffs Stickstoffoxid stimulieren, das für die Erektion notwendig ist. Damit diese Nervenimpulse funktionieren und zu einem Orgasmus führen, muss ein weiterer Botenstoff (Acetylcholin) vorhanden sein. Jenes gilt übrigens für Männer und Frauen. Die beiden erwähnten Botenstoffe sind in diesem Zusammenhang ungeheuer wichtig.

Kräuter, die als Aphrodisiaka verwendet werden - viele haben keinen deutschen Namen

  • Chinesischer Engelwurz - Angelica sinensis
    Bringt Gleichgewicht in das weibliche Hormonsystem.
  • Clavo Huasca - Tynanthus panurensis
    Dieser Baum wächst in den Regenwäldern des Amazonas und hat als Aphrodisiakum eine lange Tradition hinter sich. Die Rinde wird sowohl von Männern als Frauen gegen Impotenz bzw. Frigidität angewandt. Es wirkt jedoch nicht, wo die Probleme auf hormonelle Ungleichgewichte. Es wird auch gegen Schmerzen und Fieber benutzt und wirkt beruhigend und verdauungsfördernd.
  • Damianablatt - Turnera diffusa
    Subtropische Pflanze die von Frauen und Männern traditionell u.a. gegen mangelnde Sexlust und Unfruchtbarkeit benutzt wird. Männer verwenden sie gegen Impotenz und zu frühem Samenerguss. Gut zusammen mit anderen Kräutern. Dosierungsvorschlag als Einzelmittel: 500 mg dreimal täglich.
  • Ginkgo biloba - Tempelbaum
    Kann einen positiven Einfluss auf die Blutversorgung an die Geschlechtsorgane haben. Dosierung 60 mg 2 x tgl.
  • Ginseng - Panax ginseng
    Stimuliert, stärkt und wirkt Müdigkeit entgegen. Dosierungsvorschlag als Einzelmittel: 900 mg dreimal täglich. Zusammen mit anderen Kräutern: 100 mg 2-3 x tgl.
  • Hafer - Avena sativa
    Sowohl Korn als Stroh werden therapeutisch verwendet. Wikt stärkend - physisch wie psychisch. Von dem sexuel stimulierenden Effekt behauptet man, er stamme von der Fähigkeit des Hafers das Geschlechtshormon Testosteron im Körper freizusetzen. Deshalb wirkt es auf Männer etwas besser als auf Frauen.
  • Helmkraut - Scutellaria lateriflora
    Wirksam gegen Stress, Ängstlichkeit, Schlafbeschwerden, Erschöpfung und Impotenz. Gut zusammen mit Ashwagandha.
  • Horny Goat Weed - Epimedium  - mehrere Arten
    Auf deutsch heißt diese Pflanze grossblumige Elfenblume, sie ist jedoch besser bekannt unter ihrem englischen, lustigen und sehr bezeichnenden Namen, Horny Goat Weed. Sie hat eine lange traditionelle Anwendung als Aphrodisiakum für sowohl Männer als auch Frauen hinter sich - insbesondere in China und Japan. Die Blätter haben im Körper testosteronähnliche Wirkungen und es wird behauptet, dass das Kraut die Samenproduktion und die Empfindlichkeit der Nerven steigern kann. Tiere, die Epidemium verzehren, steigern ihr Niveau von mehreren Hormonen, hierunter Dopamin. Es ist ebenfalls ein traditionelles Mittel für Nieren und Leber sowie Gelenke - speziell im Rücken und in den Knien. Ihre Stärke wird durch den Gehalt des Glykosids Icariin gemessen, welches den Stickstoffdioxidgehalt (NO2) des Blutes, wichtig für die sexuelle Funktion beider Geschlechter, erhöht. Darüberhinaus wird das Enzym Acetylcholinesterase (AChE) gehemmt, was zur Erhöhung der Acetylcholin Konzentration führt. Dosierungsvorschlag als Einzelmittel: 1 - 1,5 g zweimal täglich, von den Mahlzeiten versetzt. Genau wie bei anderen aphrodisischen Kräutern wird die vollständige Wirkung von Epidemium erst nach 3-5 Tagen erreicht. Sie sollte nicht von Kindern, Schwangeren und Stillendeneigenommen werden. Mögliche Überdosierungssymptome sind Herzrhythmusstörungen und Schlaflosigkeit.
  • Maca - Lepidium meyenii - peruanischer Ginseng
    hat mit dem gewöhnlichen Ginseng nichts zu tun. Maca ist ein Nahrungsmittel wie Kartoffeln. Sie wird in Peru und anderen Orten umfassend als Mittel zur Steigerung der Libido angewandt, sowohl von Männern als auch von Frauen.
  • Muira puama - Ptychopetalum olacoides
    Der Baum wächst im Amazonas, wo er seit langem als Luststimulator benutzt wird. Wird hauptsächlich von Männern gebraucht. Die Rinde wird getrocknet und pulverisiert und als Tee oder in Alkohol eingenommen. Wird auch äußerlich zum Einreiben der Geschlechtsorgane verwendet. Versuche haben gezeigt, dass Muira-Konzentrat 75% der teilnehmenden Männer nutzte. Dosierungsvorschlag für Pulver: 1000 - 1500 mg tgl.
  • Shatavari - Asparagus racemosus
    Diese Pflanze ist von Frauen gegen Kinderlosigkeit und später gegen PMS-Symptome. Sie reguliert die Östrogenproduktion des Körpers.
  • Suma ­- Pfaffia paniculata
    Auch brasilianischer Ginseng genannt. Wird in vielen Ländern gegen Impotenz und Frigidität verwendet. Von ihm wird behauptet, dass er hormonelle Schwankungen bei Frauen ausgleichen kann. Normal werden 2-3 Male täglich 500 mg eingenommen.
  • Tribulus terrestis
    Von Frauen und Männern verwendet, die ihr physisches und sexuelles Leistungsvermögen verbessern möchten. Es erhöht das Testosteronniveau des Körper und ist außerdem dafür bekannt die Laune zu verbessern, den Cholesterinspiegel zu regulieren und die Menopause zu erleichtern. Sowohl Beeren, Wurzeln und Blätter werden angewandt, aber die Blätter sind am wirksamsten. Dosierungsvorschlag als Einzelmittel: 250 - 500 mg dreimal täglich.
  • Yamswurzel - Dioscorea villosa
    Stärkt die Hormonbalance von Frauen.
  • Yohimbe - Pausinystalia yohimbe
    Bekanntes afrikanisches Aphrodisiakum. Yohimbin ist als Wirkstoff erkannt worden und zeigt seine volle Wirkung nach einigen Wochen. Kann die Blutzufuhr zum Penis erhöhen und führt zu einem höherem Acetylcholin-Niveau.
    Zimt - Cinnamomum verum
    Ist ein altes orientalisches Mittel gegen Impotenz/Frigidität.

    Sonstige Stoffe von Bedeutung
  • Arginin
    Dosierung: 1 - 3 g täglich, von Mahlzeiten versetzt. Diese Aminosäure wird vom Körper für die Produktion von Stickstoffoxid benötigt, das für die Erektionsfähigkeit notwendig ist. Kann zusammen mit anderen Mitteln nützlich sein. Wird auch in Cremes zur äußerlichen Anwendung gebraucht, was die Blutzufuhr zu den Geschlechtsorgane steigern soll - für Frauen und Männer.
  • Cholin
    Bestandteil von Acetylcholin, das ein wichtiger Transmitterstoff ist. Kann akut 20 - 30 min. vor dem Sex eingenommen werden: 1.000 - 3.000 mg
  • Chrysin
    Flavonoid, dass aus Passionsblumen (Passiflora coerulea) gewonnen wird. Ein Männermittel, dass das Körperniveau an Testosteron erhöht und Östrogen senkt. Zugleich wirkt der Stoff beruhigend und abstressend und ohne träge zu machen. Die Dosis beträgt 2 x tgl. 1 g.
  • DHEA
    Vorstadium der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Kann nützlich sein, wenn die Eigenproduktion des Körpers zwecks Alter und Krankheit reduziert ist. Dosierung: 50 mg tgl.
  • Geweihkolben - Deer Antler Velvet - Cornu cervi pantotrichum
    Im Osten seit Tausenden von Jahren als Aphrodisiakum benutzt. Reguliert und stärkt die Hormonfunktion bei Männern und Frauen.
  • Melatonin
    Ein Hormon oder laut dem Melatoninforscher Walter Pierpaoli vielleicht eher ein Nervensignalstoff. Pierpaoli zufolge können Zink- und Melatoninzuschüsse eine vergrößerte Prostata vorbeugen, was sonst sexuelle Probleme geben kann.
  • Vitamin B5 - Pantothensäure
    Hat Bedeutung für das Acetylcholinniveau des Körpers. Kann akut 20 - 30 min. vor dem Sex eingenommen werden: 500 - 1.500 mg