Phenylalanin - L-Phenylalanin - DL-Phenylalanin

Gehört zu den Aminosäuren. Stichworte: Niedergeschlagenheit, Geschlechtstrieb, Lernfähigkeit, Erinnerungsvermögen, allgemeine Aufmerksamkeit, Mattheit, Gewichtskontrolle und Nerven.

Phenylalanin ist eine essenzielle Aminosäure, welche im Organismus in das verwandte Tyrosin umgewandelt wird. Es ist eine der sogenannten aromatischen Aminosäuren. Tryptophan und Tyrosin sind die beiden anderen. Eben wie Tyrosin ist Phenylalanin ein Vorläufer für die Bildung von Neurotransmittern wie Dopamin, Epinephrin und Norepinephrin, sowie Tyramin und das sehr wichtige Katecholamin. Phenylalanin ist auch als Bestandteil in den psychotropischen Substanzen wie Meskalin, Morphium, Papaverin und Kodein enthalten.

Obwohl Phenylalanin eine große und vielseitige Rolle in der Biochemie des Gehirns spielt, wird es dort nicht in seiner reinen Form gefunden. Stattdessen geht es Verbindungen mit zahlreichen anderen aktiven Substanzen ein - so z.B. Neuropeptide - welche in erster Linie eine große Bedeutung für die Funktion des Zentralen Nervensystems und die geistigen Prozesse haben.

Phenylalanin wird unter normalen Umständen in der Leber abgebaut, und zwar von dem Enzym Phenylalanin Hydroxylase und wird dadurch in Tyrosin umgewandelt. Die zusammenwirkenden Nährstoffe im Stoffwechsel von Phenylalanin sind Vitamin B3 (Niacin), B6 (Pyridoxin) und C plus Folinsäure sowie die Mineralien Eisen und Kupfer. Aufgrund eines erblichen Enzymfehlers findet diese Umwandlung bei Patienten der Krankheit Phenylketonurie = PKU nicht statt.

Behörden in den USA haben den durchschnittlichen täglichen Bedarf von Phenylalanin eines Erwachsenen auf ca. 1 g festgesetzt. Doch anerkannte Forscher auf dem Gebiet der orthomolekularen Lehre haben festgestellt, dass ein normales und gesundes Individuum täglich ungefähr 5 g einnimmt, obwohl es eigentlich ca. 8 g gebrauchen könnte. Sie empfehlen, dass die gesamte Zufuhr von Phenylalanin bei ca. 16 g liegen sollte. Hier sollte jedoch angemerkt werden, dass die Einnahme von Phenylalanin die körpereigenen Ressourcen von Tyrosin steigert, während die Einnahme von Tyrosin die körpereigene Konzentration von Phenylalanin nicht steigert.

Nahrungsmittel mit dem höchsten Phenylalaningehalt sind, wie bei den meisten Aminosäuren, Fleischprodukte - obgleich Weizenkeime eine einzelne Ausnahme bilden. Die höchste Konzentration findet man in Wild-Fleisch.

Alle natürlichen Phenylalanine sind selbstverständlich L-Phenylalanin. DL-Phenylalanin ist aber auch viel genutzt und in gewissen Situationen vorzuziehen. Das Ungewöhnliche mit D-Formen von sowie Phenylalanin als auch Tyrosin ist, dass diese - im Gegensatz zu D-Formen der meisten anderen Aminosäuren - enzymatisch in der Leber zu L-Formen umgewandelt werden. D-Formen anderer Aminosäuren haben sich zeitweise nicht nur als unnütz, sondern sogar als schädlich erwiesen.

Früher wurde von DL-Phenylalanin in der wissenschaftlichen Literatur kurz von DLPA gesprochen. Doch eines Tages wurde diese Bezeichnung gesetzlich geschützt und kann seitdem nicht weiter generell gebraucht werden, sondern nur als Firmenproduktname (Twinlab).

Ein Defizit an Katecholaminen in Zentralen Nervensystem ist seit über einem Menschenalter verantwortlich für die Niedergeschlagenheit vieler Menschen. Die rationale und effektive Art der Hilfe wird ausgeführt durch die Zufuhr von biochemischen Vorläufern des Katacholamins - also Phenylalanin. L-Tyrosine und L-Dopamine sind auch Vorläufer, doch Phenylalanin ist der Vorläufer von allen und in der Praxis am effektivsten.

Schwere Zustände können Dosierungen bis zu 6 g täglich verlangen. Solch massiver Zuschuss sollte allerdings nur unter konstanter Überwachung gegeben werden. Im Ganzen sollte man sich vor Augen führen, dass Phenylalanin in vielen Hinsichten eine Substanz mit Januskopf ist und besonders bei massiver Langzeiteinnahme sollte man die Beziehungen rundherum auf andere Organsysteme und deren Verhältnis zum BCAA-Stoffwechsel als Teil des gesamten biochemischen Szenarios bedenken.

DL-Phenylalanin hat die einzigartige Fähigkeit, dass es im zentralen Nervensystem gewisse Enzyme blockieren kann, welche normalerweise die natürlich vorkommenden, kräftig schmerzstillenden, morphiumartigen Hormone - Endorphine und Enkephaline – abbauen, die unser Organismus produziert. Indem dieser Abbau gehindert wird und damit die Konzentration im Gewebe gesteigert wird, kann die körpereigene Schmerzverteidigung gesteigert werden.

Die Gewebekonzentration von Phenylalanin wird bei Infektionen, Entzündungen, Leberleiden und einer hohen Einnahme von Fett und Kohlenhydraten erhöht. Ein Zuschuss von BCAA kann diese Zustände verbessern.

Die Gewebekonzentration von Phenylalanin wird bei Infektionen, Entzündungen, Leberleiden und einer hohen Einnahme von Fett und Kohlenhydraten erhöht. Ein Zuschuß von BCAA - siehe ebenda! - kann diese Zustände verbessern. Gewisse Krebsformen, aber nicht alle, gedeihen bei Phenylalanin.
Melanome, die durchgehend bösartigen Krebstypen die von den Pigmentzellen ausgehen, sowie gewisse Adenocarcinome brauchen Phenylalanin um sich zu entwickeln, und deswegen hat man versucht ihr Wachstum durch die Reduzierung oder Blockung der Phenylalanineinnahme des Patienten zu behandeln. Die Resultate dieser Behandlung sind jedoch unklar.

Tyramin ist ein Stoffwechselprodukt von Tyrosin, Dopa oder Dopamin. Ihre Funktion ist teilweise unbekannt. In Kombination mit denjenigen antidepressiven Mitteln, die unter der Bezeichnung Mono-Amin-Oxydase-Hemmer = MAO-Hemmer laufen, kann es heftige Kopfschmerzen und eine kräftige Blutdrucksteigerung auslösen. Aber selbst ohne Medikation können tyraminhaltige Nahrungsmittel - wie starker Käse, Schokolade, Leber, Rotwein, Bananen, Sauermilchprodukte, Nüsse, Vanille, Soyasauce - bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen oder Migräne auslösen.

Dosierung für L-Phenylalanin
500 mg 1 bis 2 Mal täglich steigend bis 2 g insgesamt in bis zu 2 Wochen bei Niedergeschlagenheit, Entgiftung oder Gewichtsverlust. Sollte nicht zusammen mit MAO-Hemmern wie Marplan, Cinemet, Eldepryl und ähnlichem eigenommen werden. Personen, die unter einem zu hohem Blutdruck leiden, sollten diese Aminosäure unter ständiger Kontrolle und mit größter Vorsicht einnehmen

DL-Phenylalanin (synthetisches Phenylalanin)
Ist ein kräftig wirkendes, nicht abhängig machendes und ungiftiges Ergänzungsmittel ohne Nebenwirkungen. Es wirkt im Zentralen Nervensystems. Sollte nicht während der Schwangerschaft angewandt werden oder von Personen, die unter der Föllingschen Krankheit ( Phenylketonurie = PKU), Hautkrebs oder zu hohem Blutdruck leiden.

Dosierung für D-, L-Phenfenylalanin
800 mg sollten 15-30 Minuten vor jeder Mahlzeit 3 mal täglich eingenommen werden. Die positive Wirkung sollte nach 4 Tagen beginnen, beginnt aber manchmal erst nach 3 bis 4 Wochen. Wenn keine Besserung in den ersten 3 Wochen eingetreten ist, sollte die Dosierung in den folgenden 2 bis 3 Wochen verdoppelt werden. Sollte dann immer noch keine Besserung eintreten gehört man zu den 5 bis 15 % bei denen mit dieser Methode nicht geholfen werden kann.

Es kann empfohlen werden, diese Methode mit Akkupunktur zu kombinieren, da diese Vorgehensweise erfahrungsgemäß eine höhere Erfolgsrate hat. Viele Personen reagieren sehr positiv auf DL-Phenylalanin. Wenn man ein günstiges Resultat erreicht hat, reduziert man die Dosis auf ein Minimum, das ausreichend ist. Die meisten Personen können auf diese Art mit einem individuellen Programm von einer bis zwei Wochen der Ergänzung in einem regelmäßigen Abstand von einem bis anderthalb Monaten geholfen werden.

Achtung
DL-Phenylalanin sollte nicht zusammen mit MAO-Hemmern wie Marplan, Cinemet, Eldepryl oder ähnlichem eingenommen werden.